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Foto: Martin Schwanda

Eine längst überfällige Ehrung

Hans Tietze und seine Frau Erika Tietze-Conrat dürften nur wenigen Menschen in Österreich noch ein Begriff sein. Am ehesten noch jenen aus der Zunft der Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker. War Hans Tietze doch zu Beginn des vorigen Jahrhunderts in Wien dafür verantwortlich, dass die großen Museen nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zerfall der Monarchie ihre…

Das Reich der Tiere | Roland Schimmelpfennig | Akademietheater

Das grausame Leben am Theater

Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass zeitgenössisches Theater keineswegs nur hoch intellektuell ausstaffiert sein muss, sondern dass dabei auch gelacht werden darf. Die Frage jedoch bleibt, ob es an jenen Bühnen gespielt werden muss, deren Publikum für gewöhnlich anspruchsvollere Kost vorgesetzt wird.

"Die falsche Zofe", Theater Spielraum (c) Barbara Palffy

Wer heiratet, ist selbst schuld

Marivaux´ brillante Denkkaskaden, die nicht nur zu seiner Zeit den gesellschaftlichen Rahmen sprengten, machen einfach Spaß. Dass sich dazu auch noch eine Inszenierung fügt, die diesen in den Vordergrund stellt, verdoppelt den Genuss.

Push it im Dschungel Wien (c) Ani Antonova

Push it, push it, push it

Rot, grün und blau – gleich nach dem Eintreten werden dem Publikum die Plätze im jeweiligen Farbsektor zugewiesen. Und dann muss erst einmal aufgewärmt werden. Wer da schon aus der Puste kommt, kann danach die tänzerische Leistung von Maartje Pasman, Matej Kubus und Jerca Roznik Novak erst richtig ermessen.

Boys awakening im Dschungel Wien (c) Rainer Berson

Don´t stop us now!

Acht „Jungs“ zwischen 12 und 33, geballte Lebenskraft mit Spaß am Performen und Tanzen bringen den großen Saal im Dschungel zum Kochen. Zwischenapplaus und Bravo-Rufe am Schluss machen klar: Das, was hier gezeigt wurde, ist angekommen.

Talk to the Demon von Wim Vandekeybus (c) Danny Willems

Dämonen werden gezüchtet

Ohrenbetäubender Lärm erfüllt den Raum, immer wieder kurz aufflammendes, grelles Licht markiert Explosionen, Menschen laufen schreiend durcheinander, erheben die Arme und ballen ihre Fäuste. Wir befinden uns im revolutionären Ausnahmezustand.

Kirsch, Höld, Maoz und Schröder in "Geronnene Interessenslage" am Schauspielhaus Wien

Ein schlafender Gott ist so gut wie ein toter

Clemens Mädge ist kein Erzähler. Er stattet seine Figuren nicht mit der Möglichkeit aus, sich im Laufe des Abends psychologisch zu entwickeln. Vielmehr präsentiert er in seinem Stück einen erbärmlichen Istzustand dieser Welt, den seine Protagonisten und Protagonistinnen verkörpern. Auch der Zufall trägt nicht zur Erheiterung und Lebensverschönerung bei.

"Warum denn gerade Eisler" im Hamakom (Foto: Matthias Klos)

Ein Dauerbrenner im Hamakom

Der Abend war eine würdige Referenz nicht nur an den kleinen Mann, wie im Programm angekündigt, sondern vor allem an Hanns Eisler selbst, einen außergewöhnlichen Menschen, der in der Geschichte nicht nur beeindruckende musikalische Spuren hinterlassen hat.

zwei Soldaten in einem Schützengraben - paul wenninger im Tanzquartier

Das Kriegsgefühl im Körper

„Uncanny valley“ – besser hätte Wenninger sein Stück nicht übertiteln können. Trotz aller unterschiedlichen sichtbaren Versuche, das Gezeigte zu nivellieren und das Artifizielle des Geschehens durch Sichtbarkeit aller Aktionen zu unterstreichen, ergab die Performance eine höchst intensive Akzeptanz des Sichtbaren.

Katharina Haudum als Kassandra im Stück von Christa Wolf

Unbeugsamen bleibt nur der Tod

Christa Wolfs Erzählung „Kassandra“ bildet die Grundlage zum gleichnamigen Theaterstück, in dem Katharina Haudum mit starker Präsenz nicht nur in die Rolle der trojanischen Seherin schlüpft. Sie verkörpert zugleich einige wichtige Nebenrollen, indem sie diese mit stimmlich unterschiedlichen Attitüden ausstattet. Eine starke Performance, die Schauspielerin und Publikum gleichermaßen forderte und gerade deswegen einen bleibenden Eindruck hinterließ.

Der Boxer von Felix Mitterer. Gregor Bloéb und Hilde Dalik in der Josefstadt . Foto: Erich Reismann

Brutal. Hart. Großartig.

Im Stück „Der Boxer“ von Felix Mitterer, das im Theater in der Josefstadt seine Uraufführung erlebte, beschreibt der Autor glasklar und analytisch psychologisch durchdacht, die Lebens- und Leidensgeschichte von Johann „Rukeli“ Trollmann und seiner Familie. Basierend auf Tatsachen, erlebt darin Rukeli den Aufstieg zum Deutschen Boxmeister im Halbschwergewicht, die Aberkennung seines Titels, seine und die Verfolgung seiner Familie und erleidet schließlich kurz vor Kriegsende den Tod in einem KZ.