Unsere “Join” Kritik wird als Attentat auf die Freiheit der Kunst verstanden.

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Unsere Kritik über die Produktion „Join“, welche eine Kooproduktion der Wiener Festwochen und netzzeit war, hat heftige Reaktionen bei den Machern hervorgerufen, auf die wir sowohl schriftlich als auch mit einem Telefonat geantwortet haben.

Da wir der Meinung sind, dass es sich hier über den Anlassfall hinaus um eine Grundsatzdiskussion über eine freie Kulturberichterstattung handelt, räumen wir dieser Auseinandersetzung auf unserem Portal einen eigenen Platz ein. Herr Michael Scheidl, Regisseur von „Join“, der sich von der Kritik ungebührlich behandelt fühlte und darauf mit einem Email reagierte, stimmte zu, dass unser Gedankenaustausch, der noch anhält, hier für unsere Leserinnen und Leser nachvollziehbar gemacht wird. Die Mails werden ungekürzt wiedergegeben und wir würden uns freuen, wenn Sie – egal welche Meinung Sie zu diesem Thema vertreten – sich in die Diskussion einbrächten.

Mit kunstvollen Grüßen

Ihre Redaktion

Hier können Sie Ihre Meinung äußern und den Mailverkehr verfolgen. Join Kritik sorgt für Aufregung

  • Fräulein Else als literarischer Lockvogel

    Being Else im Kosmostheater Wien

    „Being Else – ein multiples System“ – die Wiederaufnahme einer Produktion von „DAS GUT“ ist derzeit noch bis zum 22.6. im Kosmostheater zu sehen.

  • Wo die Wirklichkeit abgeschafft wird

    Kommune der Wahrheit - Festwochen Wien

    Was sind Nachrichten, was bewirken sie, können wir uns ihnen entziehen, ihren Wahrheitsgehalt überprüfen? Das sind Fragen, die Nicolas Stemann sich und seinem Ensemble stellt, wobei das aktuelle Tagesgeschehen gleich zu Beginn Eingang in die Vorführung findet.

  • Die bedrohlichen Schatten der Zukunft

    Christoph Marthalers „Letzte Tage. Ein Vorabend“ im Parlament

    Wie eine Klammer umfasst das Schlussbild den gesamten Abend. Hintereinander, in Reih und Glied, mit leicht gesenkten Köpfen, schreitet das Ensemble zu einem Mendelssohn-Bartholdy Choral die Empore entlang. Mit den Worten „Wer bis an das Ende beharrt wird selig“ erinnert das Grüppchen an jüdische Gefangene in den Konzentrationslagern, wobei gerade die Hoffnung, die in dieser kurzen Zeile noch durchschimmert, längst von den tragischen Geschehnissen überholt wurde.

  • The Wild Duck

    The Wild Duck Wiener Festwochen

    Die Wiener Festwochen präsentierten am Samstag den 18. Mai „The Wild Duck“ nach der „Wildente“ von Henrik Ibsen, in einer Neufassung der Australier Simon Stone und Chris Ryan. Simon Stone, junger und hochgelobter Autor und Regisseur hat ein Faible für Klassiker.

  • Die Kinder von Wien

    Die Kinder von Wien - Kritik

    Anna Maria Krassnigg bringt mit “Die Kinder von Wien” ein hervorragendes Stück von Robert Neumann auf die Bühne. Sie hat ein Thema gewählt, das auf den ersten Blick weit von uns weg zu sein scheint, beim näheren Hinschauen, Hinhören und Hinterfragen jedoch eine Aktualität erhält, die eigentlich entsetzlich ist.

  • Gott sei Dank sind wir reich!

    Final Girls im Theater in der Drachengasse

    Das alteingesessene Theater Drachengasse ist einer dieser Orte, an dem man immer wieder exquisite Überraschungen dieser Art erleben kann. Leider nur noch bis 18. Mai ist die Produktion „Final Girls“ von Dominic Oley, der auch die Regie führt, zu sehen.

  • Ein Abend prall gefüllt mit Geschichten

    Fifoo Tanzfestival

    Am zweiten Festivalabend von Fifoo kam das Publikum in jeder Hinsicht voll auf seine Kosten. Prall gefüllt mit fünf getanzten Geschichten, eine wie die andere sehenswert, gestalteten sich die Produktionen nicht nur spannend, sondern auch kurzweilig

  • Wo Fifoo drauf steht, ist spannender junger Tanz drin

    Ceren Oran - beim Fifoo Tanzfestival in Wien

    Bereits zum zweiten Mal bestreitet der Bühnenkunstverein Fifoo ein buntes Tanzprogramm im Palais Kabelwerk, das sich dafür bestens eignet. Unter der künstlerischen Leitung der in Wien lebenden Tänzerin Kanako Sako werden noch bis 9. Juni insgesamt acht Produktionen gezeigt, deren einzige Gemeinsamkeit der körperliche Ausdruck auf der Bühne ist.

  • Das Paradies ist in uns

    Paradios im Odeon

    “Paradiso” verzaubert all jene, die Theater als sinnliches Erlebnis verstehen, bei dem die Entdeckung der eigenen Gefühle eine größere Rolle spielt als ein strikt vorgegebener Inhalt.

  • Ein Abend der Gegensätze

    Saburo Teshigawara im Tanzquartier Wien

    Freitag den 15. und Samstag den 16. März trat ein international Bekannter der Tanzszene im Tanzquartier in Wien auf und erfüllte wohl alle Ansprüche. Saburo Teshigawara präsentierte mit der Gruppe Karas eine Neuauflage seines 1991 uraufgeführten Stückes und machte wieder einmal klar, warum er ein internationaler Star geworden ist.

  • Liebespoesie ohne Worte

    Pas de Deux im Tanzquartier Wien

    Eine minimalistische Bühne ohne jede Kulisse und ohne Videoproduktion. Nur der nackte Bühnenboden und schwarze, ihn einfassende Wände. Mehr braucht es nicht für das neue Stück von Raimund Hoghe.

Fountain - is it art?

Humans of New York

  • Loriot in der Jesuitenkirche

    Orgelkonzert Agnes Palmisano_Sepp Dreissinger

    Die Jesuitenkirche in Wien war am 13. Juni Schauplatz für ein Konzert des Österreichischen Komponistenbundes. Im Zentrum standen zwei wunderbare Musizierende. Einerseits Wolfgang Kogert an der Orgel, der unter anderen an der Wiener Hofburgkapelle zu hören ist und andererseits die musikalische Grenzgängerin Agnes Palmisano, vielen bekannt als moderne Wienerliedinterpretin.

  • Vita brevis, ars longa

    Österreichisches ensemble für neue musik

    Der ÖKB (Österreichische Komponistenbund) hat anlässlich seines 100jährigen Bestehens ein Konzert zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus gewidmet.

  • Das verspeiste Herz

    writen on skin bei den Festwochen in Wien

    Das Bühnenbild von Vicki Mortimer spiegelt in perfekter Weise das Libretto von Martin Crimp wider, in dem Vergangenes und Gegenwärtiges miteinander verknüpft werden. Der Text basiert auf einer provenzalischen Ballade aus dem 13. Jahrhundert von Guillaume de Cabestanh, die der Librettist aussuchte, um bei den Festspielen in Aix zu reüssieren.

  • Vom XX. ins XXI. Jahrhundert in 2 Stunden

    ensemble xx.jahrhundert - 100 Jahre Österrreichischer Komponistenbund

    Das Ensemble eXXj (ensemble XX. jahrhundert) bestritt das zweite Konzert anlässlich des Festivals des Österreichischen Komponistenbundes, der in diesem Jahr sein 100jähriges Bestehen feiert.

  • Tradition feiert man richtig mit Innovation

    Eröffnungskonzert 100 Jahre Komponistenbund Wien

    Der erste Abend präsentierte nicht nur junge Nachwuchskomponisten, sondern vereinte auch erstmals von allen fünf Musikhochschulen unseres Landes Ensembles, die sich mit zeitgenössischer Musik auseinandersetzen. Ein kräftiges Lebenszeichen aus allen produktiven Musikrichtungen – schade nur, dass sich das Publikumsinteresse in Grenzen hielt.

  • Join – oder lieber nicht!

    Join - Eine Oper bei den Wiener Festwochen

    Selten gab es im Vorfeld einer Kulturproduktion eine so breit gefächerte Vorberichterstattung quer durch die österreichische Medienlandschaft. Das zeigt deutlich, dass die Macher von “Join” bravourös auf der Medienklaviatur zu spielen wissen. Das muss man Alfred Zellinger und Franz Koglmann zumindest neidlos anerkennen. Leider ist es nicht viel mehr, wofür den beiden Herren Anerkennungstribut gezollt werden müsste.

  • Das späte Schulddenken

    Amazonas tilt - Netzzeit - Wien (c) Regine Körner

    Die beiden Aufführungen, Koproduktionen von netzzeit, Münchener Biennale, SESC São Paulo, Goethe Institut, ZKM Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe, Hutukara Associação Yanomami, Teatro Nacional de São Carlos (Lissabon) zeigen, was zeitgenössisches Musiktheater imstande ist zu leisten. Zwei sehenswerte Vorstellungen zum Nach-Denken, die dennoch ohne eine didaktische Holzhammermethode auskommen.

  • Kons goes Party

    Formenti

    Das Konservatorium Wien veranstaltete am 19. April in den Tiefen des Konzerthauses im Rahmen der Konzertreihe „Im Loth“ eine vielstündige Party – und verschränkte dabei Jazz mit zeitgenössischer E-Musik, ohne Ohrwürmer des 20. Jahrhunderts dabei ganz außer Acht zu lassen. Die Tiefen des Konzerthauses bestehen nicht nur aus dem Berio-Saal, der an diesem Abend, auch dank kluger Bestuhlung, voll war, sondern auch der Bereich des Buffets im Kellerhalbstock verwandelte sich zeitweise in eine Klangbühne.

  • Highway from paradise to hell

    BIRD.SHIT.ISLAND Uraufführung Wien

    “Bird.Shit.Island!” ist der Titel dieser Produktion, die sich im Untertitel auch “eine extemporierte Oper über die unglaublichste Geschichte des Kapitalismus” nennt. Tatsächlich aber ist es nicht nur eine, sondern es sind viele unglaubliche Geschichten, die dieser Abend bereithält.

  • curated by vienna – Ein einzigartiges Projekt

    Eva Maria Stadler_2_(c)_Lukas_Beck_slider

    Wir haben ein qualitativ sehr hochwertiges Fördersystem, das zeichnet Österreich und Wien aus. Das Interessante ist dabei, dass ganz gezielt Projekte gefördert werden, wie in diesem Fall ein Kooperationsprojekt von Galerien und Kurator_innen, und nicht mittels ein laues Gießkannensystems, bei dem es nie genug für alle gibt.

  • Es braucht mehr Mut zur Sprache, zum Mundaufmachen.

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    Ein Interview mit dem Autor Thomas Arzt. Aufgenommen wenige Wochen vor der Verleihung seines Preises beim „Stückemarkt“ in Heidelberg, im Mai 2012

  • Wir können nur die erreichen, die sich dafür auch interessieren!

    Matthias Lošek (c) WIEN MODERN/Julia Stix

    Interview mit Matthias Lošek, dem Leiter des Festivals Wien Modern im Dezember 2011. Wien Modern versteht sich als international agierendes Festival, das auch so wahrgenommen wird.

  • Ich habe den Eindruck, dass ich ein musikalischer Tafelbildmaler bin

    Gerald Resch (c) Wien Modern Lavinie Haala

    Interview mit dem österreichischen Komponisten Gerald Resch anlässlich des Festivals Wien Modern 2011. Meine Vorstellung ist doch ziemlich genau, daher ist es nicht sehr überraschend; ich weiß ja, was ich geschrieben habe. Bei manchen Sachen, die ich mir anders vorgestellt habe – da geht es vor allem um Balance – wenn ich zum Beispiel höre, was die Hörner spielen, weiß ich, dass ich anstelle von Mezzopiano doch besser Mezzoforte notieren hätte sollen.

  • Bilder eines Komponisten

    Albert Dambeck in der SommergalerieZöbing

    Der Passauer Komponist Albert Dambeck stellt derzeit in der sommergalerieZöbing aus. Bereits zum dritten Mal können Interessierte so Einblick in seinen kompositorischen Schaffensprozess nehmen, der seinen Ausgangspunkt unter anderem auch in der grafischen Abbildung seiner musikalischen Ideen hat.

  • Der Dreigreizl-Macher

    Alois Jurkowitsch in Zöbing im Kamptal

    Der kleine Ort Zöbing im Kamptal hat eine neue Kulturattraktion zu bieten. In den Sommermonaten besteht dort die Möglichkeit, die sommergalerie Zöbing zu besuchen. Mit insgesamt 5 Ausstellungen von Mai bis September bespielen Franz Stanislaus Mrkvicka und seine Frau Eva Maria den ehemaligen Stadl mit zeitgenössischer Kunst.

  • Museales und Aktuelles

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    Noch bis 28. Oktober ist in Wien die Ausstellungsreihe curated_by zu sehen. Sie ist das Ergebnis der Bemühungen von departure, der Kreativagentur der Stadt Wien, die dafūr insgesamt 22 Galerien gewinnen konnte. Wie schon berichtet, zeigen diese Arbeiten von internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die von 25 Kuratierenden in schlüssigen Ausstellungskonzepten zusammengeführt wurden.

  • Kunst oder Leben

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    Kunst oder Leben. Ästhetik und Biopolitik. Unter diesem Motto steht das diesjährige Galerienprojekt „curated_by“, das von „departure“, der Kreativagentur der Stadt Wien koordiniert und gefördert wird. Diesmal hat sich Eva Maria Stadler, eine ausgewiesene Expertin für zeitgenössische Kunst, als Chefkuratorin Gedanken über das Motto dieser dislozierten Mega-Ausstellung gemacht, in welcher 25 Kuratierende insgesamt 95 Kunstpositionen in 23 Wiener Galerien gebracht haben. Dabei hinterfragten die Künstlerinnen und Künstler in welchem Verhältnis Leben und Arbeit stehen und welchen Anteil die Kunst daran hat.

  • Ein Naturlehrpfad der Kunstgeschichte

    Hans Schabus.Vertikale Anstrengung © Belvedere, Wien, Foto: Roland Unger, © VBK Wien 2012

    Kunst und Natur sind zwei Geschwister, die meist naserümpfend nichts von einander wissen wollen. In der neuen Ausstellung im 21er Haus mit dem Titel „Hans Schabus. Vertikale Anstrengung“ ist jedoch eine…