am Beispiel der Butter | Ferdinand Schmalz, Vestibül (c) Reinhard Werner

Ich bin die Butter!

Der sprachliche Schmalzduktus macht klar, dass der Text ein für die Bühne Feingemachter ist. Einer, der nicht im Alltag zur Abnützung taugt. Vielmehr flutschen die Worte wie gut geschmiert und bauen subtile Bilder, die lange nachwirken.

"die unverheiratete" von Ewald Palmetshofer am Akademietheater (c) Georg Soulek

Im Doppel schlicht genial

“die unverheiratete” von Ewald Palmetshofer unter der Regie von Robert Borgmann am Akademietheater – ein Theaterereignis Der Vorhang hebt und senkt und hebt und senkt sich. Die Bühne ist übersät mit Erdhaufen, die an Grabhügel erinnern. Die nackten Wände des Bühnenraums mit ihren elektrischen Einrichtungen werden zeitweise durch einen tiefroten Vorhang verdeckt. Auch dieser hebt…

American Lulu im Theater an der Wien - Olga Neuwirth

In einer anderen Zeit und in einer anderen Welt

Was wäre, wenn man in eine bestehende Oper eine andere Wendung einbaut oder besser noch, wenn man die bestehende Oper überhaupt uminterpretiert? Diese Frage stellte sich Olga Neuwirth anlässlich eines Kompositionsauftrages der Komischen Oper Berlin. „American Lulu“ wurde eine Neuauflage von Alban Bergs bekanntem Werk.

Alltag von der Plaisieranstalt im Dschungel Wien

Komm mit nach Paris und auf einen anderen Planeten!

Rot, grün und gelb, nein, stimmt nicht. Knallrot, knallgrün und knallgelb. So sind sie angezogen, die drei Männer, die zusammen wohnen und viel Spaß miteinander haben. Sie heißen Sven, Raoul und Itze und lassen die Kinder in ihrem Theaterstück teilhaben an einem ganz normalen Tag. Itze bereitet morgens für sich und seine Freunde Eier mit Speck zu. Dann macht man gemeinsam sauber, zieht sich, wieder gemeinsam und auf „hepp!“ an.

Pension Europa vom Aktionstheater Ensemble

Perfide, wirklich ganz perfide

Die Bühne – schneeweiß. Wände und Boden – schneeweiß. Die Plastiksessel darauf – schneeweiß. Nur an der Stirnwand sind die Vornamen der Schauspielerinnen in großen, schwarzen Lettern zu lesen. Michaela, Susanne, Aisha, Alev, Isabella, Kirstin. Das sind die sechs weiblichen Champions, die anlässlich der Wiener Uraufführung von „Pension Europa“ in einen eiskalten Bühnenring steigen und dort ihren Kampf gegen alltägliche Widrigkeiten beginnen. Wo gut gespielt wird, braucht es kein Bühnenbild. Die Damen des Aktionstheater Ensemble kommen zu Recht ohne aus.

Was tun im Nestroyhof Hamakom

Denn sie wissen nicht, was sie tun

Ein ruhiger, textintensiver Abend, der seinen Charme auch aus der intensiven schauspielerischen Leistung jeder und jedes Einzelnen erhielt. Lasst uns grandios spielen – auch wenn wir eigentlich nicht wissen, was wir tun!

David Orlowsky Trio in Wien Nestroyhof Hamakom

Vom Schtetl nach New York

Kommt alle mit ins Schtetl! Stopp – umdrehen – auf nach New York! So könnte die Aufforderung des Klarinettisten David Orlowsky an sein Wiener Publikum gelautet haben, als er mit seinem Trio im Nestroyhof Hamakom gastierte. Anlässlich der Dezember-Veranstaltungsreihe „Sam`s Bar“, spielte er dort vor ausverkauftem Haus gemeinsam mit Jens-Uwe Popp an der Gitarre und Florian Dohrmann am Bass Klezmer. Und was für einen!

Liebe und Information ist zur Zeit im Max Reinhardt Seminar zu sehen

Tempo, Tempo, Tempo

Churchills Text ist wie geschaffen für das Max-Reinhardt-Seminar und Esther Muschol macht es den Jungen möglich, ihre gesamte künstlerische Bandbreite an nur einem Abend zu zeigen.

Das Stück Balkan Requiem war im Hundsturm in Wien zu sehen

Ein Krieg verschont niemanden

Sehenswert, berührend, aufrüttelnd, packend und ein Muss für jeden denkenden Europäer und jede Europäerin. Und darüber hinaus für jene, denen der gedankliche Transfer zu allen Kriegsschauplätzen gelingt, unter denen unsere Erde leidet. „Balkan Requiem“ ist ein Theaterabend, den viele Menschen bewusst meiden, weil sie mit Leid, Krieg und Tod tagtäglich via Bildschirm konfrontiert werden und sich nicht zusätzlich „belasten“ wollen. Eine Einstellung, die zwar verständlich, aber kurzsichtig ist.

Johnny Breitwieser von Thomas Arzt und Jherek Bischoff im Schauspielhaus Wien

Dr. Schiwago winkt aus der Ferne

Johnny Breitwieser. Eine Verbrecherballade aus Wien von Thomas Arzt (Text) und Jherek Bischoff (Musik) Eigentlich hieß er Johann, was in Wien allgemein den Kosenamen „Schani“ nach sich zieht. Aber im 21. Jahrhundert rufen ihn alle Johnny. Den Breitwieser. Den Gauner und Womanizer, dem nicht nur die Frauen zu Füßen liegen. Es ist eine „schlechte Zeit“.…

Kharbga jeux de pouvoir, im Tanzquartier in Wien

Wer spielt – gewinnt!

„Kharbga“ jeux de pouvoir – übersetzt – Kharbga, Spiel der Macht – nennt sich ein Tanzabend, der von der tunesisch-französischen Companie Chatha im November im Tanzquartier erstmals in Österreich aufgeführt wurde. Das Gefühl, nicht mehr alleine einer Willkür ausgeliefert zu sein, das Gefühl eine Rechtsstaatlichkeit aufbauen zu können und schließlich auch gemeinsam ausgelassen feiern zu können, das ist schon vorhanden. Wie man in „Kharbga jeux de pouvoir“ fühlen konnte.

„Getrennt - Vereint“ wurde im November im Odeon erstmals in Wien aufgeführt (Foto: Ich bin Ok)

Das Leben geht uns alle an

„Ich bin O.K.“ dieser Verein hat es sich seit nunmehr schon 35 Jahren zum Ziel gesetzt, Menschen mit und ohne Behinderung in Wien zusammenzuführen und ihnen allen zu helfen, ein sinnerfülltes Dasein zu leben. Mit Freude und Inklusion anstatt Trauer und Weggeschobenwerden.
Seit 2010 betreiben Hana Zanin und ihr Mann Attila im Rahmen dieses Vereines auch eine eigene Dance-Company mit dem Namen „Ich bin o.k.“. Alle zwei Jahre wird dafür ein neues Stück für die Bühne erarbeitet. Darin arbeiten Tänzerinnen und Tänzer mit und ohne Behinderung zusammen.

Hamlet Projekt - Salon5 Florian Lebek

Sein oder Nichtsein – das ist hier nicht die Frage

Im Irrenhaus. „Der Rest ist Schweigen“ – mit diesen Worten, den letzten aus Shakespeares Drama endet die Passage aus der Apokalypse, die Johannes so wort- und bildreich beschrieben hat. Und zugleich beginnt damit ein Parforceritt durch die Gedanken Hamlets alias Florian Lebek – jenem Autoren-Schauspieler, der waghalsi seine eigene Hamletidee auf die Bühne brachte.

Cinékonzert von Olga Neuwirth "Maudite soit la guerre" / Foto Markus Sepperer

Verdammt sei der Krieg

Die Komponistin Olga Neuwirth kann man schon als Spezialistin für Filmmusik bezeichnen, stammt doch bereits eine ganze Reihe von Vertonungen von ihr. Mit der vorliegenden Arbeit, die bei Wien Modern im Gartenbaukino ihre Österreichische Erstaufführung erlebte, vertonte Neuwirth ihren zweiten Stummfilm. “Maudite soit la guerre” – verdammt sei der Krieg, trägt den Untertitel ein film-musikalisches War-Requiem.

Valentin Oman und Barbara Szüts im Curhaus der Dompfarre St. Stephan in Wien 
/ Foto Roman Szczepaniak

Der Mensch, seine Handschrift und seine Stimme

Der Mensch, seine Handschrift und seine Stimme – diese Trias war bei der Vernissage das zentrale künstlerische Thema der Galerie im Curhaus der Pfarre St. Stephan. Derzeit sind in den Räumlichkeiten Bilder und Skulpturen von Valentin Oman und Barbara Szüts zu sehen. Zur Eröffnung gab es durch das Konzert von Elisabeth Ofenböck noch einen zusätzlichen Kunstgenuss.

Kinomusik war das Thema bei Wien Modern - Gebrauchsanweisungen

Die Auslöschung des Egos

Das Ergebnis war ein spannungsgeladener, temporeicher Abend, an dem sich Klangexperimente an bereits besser bekannte Hörerlebnisse reihten, Der Eindruck, in einer dadaistischen Vorstellung der 20er Jahre zu sitzen wurde einzig und allein durch wesentlich kühnere klangliche Begleitumstände nicht bestätigt. Dada ja, aber nicht eines der 20er Jahre des 20. sondern schon bald des 21. Jahrhunderts.

Leicht Verdauliches bei Wien Modern

Viele Konzertbesucher, die klassische Musik lieben, meiden zeitgenössische Klänge wie der Teufel das Weihwasser. Das müssen Konzertveranstalter bei der Zusammenstellung eines Konzertes bedenken. Aus diesem Grund wird – wenn überhaupt – Zeitgenössisches meist vor der Pause gespielt, denn würde es im zweiten Teil erklingen, wäre der Konzertsaal meist leer.