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	<title>European Cultural News &#187; Strasbourg-Méditerranée</title>
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	<description>Kunst - Kultur - Politik - Kulinarium aus Europe</description>
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		<title>I Gricanti &#8211; Musik aus Süditalien</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Dec 2009 16:27:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg-Méditerranée]]></category>
		<category><![CDATA[Anna Cinzia Villani]]></category>
		<category><![CDATA[I Gricanti]]></category>
		<category><![CDATA[La notte della Taranta]]></category>
		<category><![CDATA[Rocco Avantaggiato]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Musik von I Gricanti zu beschreiben heißt, mit einem sprachlichen Klotz der leichtfüßigen Rhythmik und der fröhlichen Melodik hinterherzuhinken, die das Ensemble macht, und das ist schade.</p>
<div id="attachment_1389" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/I-Gricanti.jpg"><img class="size-medium wp-image-1389" title="I Gricanti" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/I-Gricanti-300x225.jpg" alt="I Gricanti (Foto:Strasmed)" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">I Gricanti (Foto:Strasmed)</p></div>
<p>Denn die Musik der 6köpfigen Gruppe aus Süditalien lacht, tanzt, hüpft und springt und wenn sie traurig ist, dann allenfalls ein wenig melancholisch. Aber eigentlich ist sie das pure Leben. Das Leben unter der heißen Sonne Italiens, auf den Feldern, die von den Frauen bearbeitet werden und die während ihrer schweren Arbeit singen. Sie ist das Leben in den kleinen Dörfern, wenn Feste gefeiert werden und getanzt wird, bis zum Morgengrauen. Aber ursprünglich soll die Taranta, jene Musik, die I Gricanti spielen, als heilende Musik eingesetzt worden sein. Heilend, wenn vor allem die auf den Feld arbeitenden Frauen von einer Tarantel gestochen wurden und danach Krankheitssymptome aufwiesen, die nur durch ekstatisches Tanzen, das zu Trancezuständen führte, zu beseitigen waren.</p>
<p>I Gricanti kommen aus der Region Grecia Salentina aus Süditalien und lassen eine alte musikalische Tradition wieder aufleben, die in Italien eine Renaissance sonder gleichen feiert. Ihre Lieder singen sie entweder in Italienisch oder ihrem ureigenen Dialekt, dem Griko, einer Sprache, die altgriechische, byzantinische und italienische Elemente aufweist. Beim Festival der <a title="hp la notte della taranta" href="http://www.lanottedellataranta.it/" target="_blank">„Nacht der Taranta“</a> in Melpignano treffen sich seit mittlerweilen 12 Jahren alljährlich Freunde dieser Musik. Im letzten August waren 100.000 gekommen um ausgelassen zu feiern und zu tanzen. Und das tat auch ein Teil des Straßburger Publikums beim Konzert anlässlich des Festivals Strasmed. Ungebeten aber hochbedankt eroberten sich junge Mädchen, aber auch ein alter Herr die kleine Tanzfläche und zur Krönung holte ein Musiker eine der Schönen auf die Bühne, um sich gemeinsam mit ihr ausgelassen nach der Musik zu bewegen. Vor allem der in die Beine fahrende Tanzrhythmus, der durch die Tamburine vorgegeben wird macht süchtig.</p>
<div id="attachment_1390" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/I-Gricanti-30.JPG"><img class="size-medium wp-image-1390" title="I Gricanti (30)" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/I-Gricanti-30-300x225.jpg" alt="I Gricanti, Anna und Enza (Foto: Strasmed)" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">I Gricanti, Anna und Enza (Foto: Strasmed)</p></div>
<p>Die beiden sich schön ergänzenden Frauenstimmen von Anna Cinzia Villani und Enza sind typisch für diese Art der Musik; klar, fast schon scharf, füllen sie den Raum, was für sie keine Anstrengung ist, überbrückten sie doch ursprünglich einmal weite Strecken, über Felder oder Äcker hinweg. In der Gesangstradition bleibt die Technik bis heute überliefert – ein tolles Beispiel, wie sich Geschichte mit Gegenwart unmerklich vermischt. Ab und zu sind feine Arabesken zu vernehmen, die eine kurze melodische Passage umschmeicheln – Süditalien war den arabischen Einflüssen nie verschlossen, was hier deutlich zu hören ist. Ein Akkordeon, in manchen Stücken eine Fiedel, Gitarren und vor allem die Stimmen und die Tamburine, allen voran jenes von Rocco Avantaggiato,  gehören zum Instrumentalvokabular von I Gricanti. Nicht zu vergessen der altertümliche Brummtopf, der mit einer sonoren, rhythmisch vernehmbaren Stimme ein besonders uriges, akustisches Element beisteuert. Er wird von Salvatore, dem Bruder von Rocco bedient. Die gespielten Stücke sind fast ausschließlich in einem  raschen 4/4 Rhythmus gehalten,  besonders für  kleine, rasche Tanzschritte geeignet;  nur einmal wechseln sie in einen Walzer, dann nämlich, wenn von jener Kantate berichtet wird, die einst Vater Avantaggiato seiner Braut darbrachte &#8211;  nachts, unter dem Fenster, nicht mit einer Gitarre, sondern einem ganzen Orchester. Kein Wunder, das seine Söhne die Musik im Blut haben. Die Arbeit, der fröhliche Tanz aber auch die Liebe sind zentrale Themen, die in den Liedern und Stücken zum Ausdruck kommen und darin auch eine Erzähltradition hoch halten, die außerhalb der Musik fast nicht mehr zu finden ist. Die Belagerung der Musikerinnen und Musiker nach dem Konzert durch das Publikum machte deutlich, wie hoch das Interesse an dieser Musik auch weitab ihrer Heimat ist. Bravo!<br />
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		<title>Die verrückten Berber</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Dec 2009 08:50:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg-Méditerranée]]></category>
		<category><![CDATA["Folies Berbères"]]></category>
		<category><![CDATA[Ali Merghache]]></category>
		<category><![CDATA[Hamed Bouzzine]]></category>
		<category><![CDATA[Straßburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Hamed Bouzzine und Ali Merghache</strong><strong> bilden gemeinsam das Duo der „Folies Berbères“, zu Deutsch der &#8220;verrückten Berber&#8221;.  Anlässlich des Festivals Strasmed traten sie in Strasbourg mit ihrer kleinen Show auf, die am ehesten dem Genre des musikalischen Kabaretts zugeordnet werden kann, würde dieses nicht aus Europa kommen und die beiden Schauspieler nicht arabische Wurzeln haben.</strong></p>
<div id="attachment_1370" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/folies-berberes.JPG"><img class="size-medium wp-image-1370" title="folies-berberes" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/12/folies-berberes-300x279.jpg" alt="&quot;Folies-berbères&quot; (Foto: Strasmed)" width="300" height="279" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;Folies-berbères&quot; (Foto: Strasmed)</p></div>
<p>Aus diesem Gemisch haben sie eine reizvolle Kombination erarbeitet, die mit einem lachenden und einem weinenden Auge das Leben in der Diaspora beschreibt. In Einzelauftritten, jeweils vom Partner im Hintergrund dezent musikalisch begleitet, erzählen sie von den Träumen der nach Europa Aufbrechenden, von ihrem Scheitern und von den Schwierigkeiten der Integration. Schon ganz zu Beginn führt Hamed Bouzzine in einem kleinen Gedicht eindringlich vor Augen, was es heißt, sich anpassen zu müssen. In Europa ist alles eingeteilt. Eine Woche hat sieben Tage, am Sonntag wird nicht gearbeitet, der Tag hat 24 Stunden, die Stunde 60 Minuten und die Minuten 60 Sekunden. Was uns vielleicht als banal und nicht aufzählenswert erscheint, kann für Menschen aus Kulturen, in welchen nicht jeder eine Armbanduhr am Handgelenk trägt, sehr gewöhnungsbedürftig sein. Alles muss neu erlernt werden, jeder Schritt bedacht, alles imitiert werden um sich nur ja anzupassen – um dann schlussendlich doch fest zu stellen, dass man Fremder ist und Fremder bleibt.</p>
<p>Die kleinen szenischen Aneinanderreihungen mit teilweise auf den ersten Blick absurden Geschichten, abwechselnd von Hamed und Ali erzählt, pendeln zwischen Traurigkeit und Humor. Die arabische Fabulierfreude wird dort besonders deutlich, wo sich die beiden ihre Erlebnisse mit Tigern erzählen, von denen sie schlussendlich immer gefressen werden. „Was heißt, der Tiger hat dich getötet – du stehst ja neben mir!“ fragen sie sich abwechselnd um kurz und trocken zu antworten: „ja, ich stehe neben dir, aber nennst du das Leben?“ Sie agieren unter dem Druck des erfolgreich-sein-Müssens, und träumen lieber von einem beachteten, dramatischen Tod, als unbedeutend und arm in einem fremden Land zu leben. Wunderbar, weil auch schauspielerisch herausragend interpretiert, ist die Geschichte des Schlachtopferfestes, zu welchem in einem Plattenbau in Frankreich im Badezimmer ein Schaf geschlachtet werden soll. Der Vater der Familie lässt sich von seinen Söhnen, die Ali Merghache hintereinander köstlichst argumentieren lässt, nicht davon abbringen, am Festtag das Opfer zu bringen. Es kommt, wie es kommen muss – die Nachbarsfamilie alarmiert aufgrund des wilden Blökens, das sie hören, die Polizei und diese führt den Familienvater schließlich ab – und das Schaf, das noch am Leben ist, wird mit Sauerstoffmaske und intravenöser Infusion ins Krankenhaus transferiert. Schöner, lustiger und tiefsinniger zugleich kann das Aufeinanderprallen der unterschiedlichen Kulturen wohl kaum auf die Bühne gebracht werden. In der Geschichte des alten Onkels, der seinen Neffen treffen will, breiten Bouzzine und Ali Merghache parallel ihre jeweiligen Gedanken aus. Der Onkel, der vereinsamt in Frankreich lebt und sich wünscht, dass sich der Neffe Zeit für ihn nimmt und der junge Mann, der mit Unbehagen dem Treffen entgegensieht, weil er gar nicht weiß, was er mit seinem Onkel sprechen soll, stehen stellvertretend für den Generationenkonflikt, der heute keinerlei kulturelle Grenzen mehr zu kennen scheint. Auch die arabische Großfamilie zerfällt im Westen – von ihr bleibt nicht mehr als die Erinnerung der Alten. „I lost my son so far away“ – dieses traurige Lied begleitet die beiden auf ihrer verrückten Reise quer durch ihre Abenteuer im selbst gewählten Exil mehrmals und geht – auf ganz einfache und unspektakuläre Art und Weise zu Herzen. Ein völkerverbindendes Programm dass Hamed und Ali wahrlich in Europa landauf und landab bis ans Ende ihrer Tage spielen könnten, um die Herzen der Menschen zu berühren und mehr Verständnis füreinander zu erreichen.<br />
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		<title>Khalid Izri &#8211; von der Wüste nach Europa und retour</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Nov 2009 08:19:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg-Méditerranée]]></category>
		<category><![CDATA[Berber]]></category>
		<category><![CDATA[Khalid Izri]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg Méditerranée]]></category>

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		<description><![CDATA[Lyrische Wiegenmusik zu feinen Gitarrenklängen, stampfende, eindringliche Rhythmen, zu denen man sich eine schwer ziehende Karawane vorstellen kann, melodische, arabische Arabesken zu einer europäischen E-Gitarre &#8211; all das ist bei...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lyrische Wiegenmusik zu feinen Gitarrenklängen, stampfende, eindringliche Rhythmen, zu denen man sich eine schwer ziehende Karawane vorstellen kann, melodische, arabische Arabesken zu einer europäischen E-Gitarre &#8211; all das ist bei einem Konzert von Khalid Izri zu hören. </strong></p>
<div id="attachment_1330" class="wp-caption alignleft" style="width: 289px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/11/Khalid-Izri-Héritages-Berbères.jpg"><img class="size-medium wp-image-1330" title="Khalid Izri  - Héritages Berbères" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/11/Khalid-Izri-Héritages-Berbères-279x300.jpg" alt="Khalid Izri (Foto: Strsbg. Méditerranée)" width="279" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Khalid Izri (Foto: Strsbg. Méditerranée)</p></div>
<p>Der sympathische, schwarz gelockte Mann, der mit einer weißen Strickmütze auftritt, die sein Markenzeichen geworden ist , stammt aus Marokko und zählt zu jenen 70% Marokkanern, die den Berbern zuzurechnen sind. Seine Band, bestehend aus ihm, einem Violinisten, einer Flötistin, einem Akkordeonisten, einem Bassisten, einem Schlagzeuger und einem Percussionisten begleiten ihn vollmundig oder einfühlsam, je nachdem, was Izri mit seinen Liedern ausdrücken will. Der Berber, der in Europa ansässig geworden ist, verkörpert einen Typ Musiker, der über seine eigenen musikalischen Wurzeln längst hinausgewachsen ist. Er verbindet Einflüsse seiner marokkanischen Heimat mühelos mit einem europäischen Klangbild, das sich am soft-rock orientiert und öffnet so Türen, die das Kennenlernen der jeweils anderen Kultur erleichtert. Izri ist mit seinen Liedern bei Marokkanern in der europäischen Diaspora wohl bekannt. Sie singen seine Refrains mit, klatschen lebensfroh die vorgegebenen Rhythmen und kommen schon auch einmal auf die Bühne, um dem Sänger ad hoc die Berberflagge aus Seide umzuhängen.</p>
<p>Khalid Izri ist an dem Abend im Rahmen des Festivals Strasbourg Méditerranée im ehemaligen Börsensaal in Straßburg eine Identifikationsfigur. Im Saal sitzen Menschen, die sonst selten bei Konzertveranstaltungen zu sehen sind. Eine marokkanische Community – hauptsächlich Männer – hat sich unter das weltoffene Straßburger Publikum gemischt und ist sichtlich bewegt vom Auftritt Izris. Seine Musikalität und die seiner Musiker zeigen sich wohl am schönsten in jenem Stück, das die Tradition einer Berberhochzeit wiedergibt. Es beginnt ganz ruhig, fast traurig mit einer langen Flöteneinleitung, geht über in einen schönen, lyrischen Gesang um dann in ein rasantes musikalisches Feuerwerk zu kippen, das rein instrumental gespielt wird. Wenn man meint, das Stück sei zu Ende, gleitet es wieder in einen Gesangsteil, um dann furios in einem instrumentalen Tanzrhythmus zu enden, bei welchem man förmlich die Hochzeitsgesellschaft im Kreis wirbeln sieht. „Die Hochzeit ist bei uns etwas, das sowohl mit Traurigkeit als auch mit Freude verbunden ist“ erklärt Izri dem vorwiegend französischen Publikum. „Man ist traurig, weil man die Geborgenheit und Liebe der eigenen Familie verlässt und freut sich auf der anderen Seite auf eine neue Zukunft“ – eine schöne Erklärung zu einer wahrlichen Ode an das Leben.</p>
<p>Ähnlich aufgebaut ist auch „Ma terre“, ein Stück über die Schönheit seines Landes, das Izri schon als 14jähriger schrieb; melancholische Teile wechseln mit furios rhythmischen – ein Markenzeichen seiner Musik, das in vielen Stücken immer wieder fasziniert. Er singt aber auch von der Ungerechtigkeit, welche die Berber erfahren mussten –stellvertretend für jede Ungerechtigkeit, die Menschen auf der Welt zugefügt wird; er singt über das Exil oder er lässt Erinnerungen an seine Mutter aufkommen. Izri lässt das gesamte Kaleidoskop seiner marokkanischen Gesellschaft, aus der er stammt, an diesem Abend aufblitzen und gießt diese Musik in ein westliches Musikraster, was zu reizvollen Kontrasten führt. Er beschert dem Publikum mit seinen hervorragenden Musikern einen berauschenden, aber auch einen berührenden Abend und lässt zumindest eine Ahnung in den Herzen davon zurück, was es heißt, ein freier Berber zu sein.<br />
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		<title>Gastibelza &amp; Malietès</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 07:43:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Konzert]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg-Méditerranée]]></category>
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		<category><![CDATA[Heritage]]></category>
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		<description><![CDATA[Rembetiko oder das schattige Griechenland Anlässlich des Festivals Strasmed gab die Formation „Gastibelza“ einen Abend, bei dem sie auch die Musiker der Gruppe Malietès einluden. Rembetiko stand auf dem Programm...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Rembetiko oder das schattige Griechenland</strong></p>
<div id="attachment_1367" class="wp-caption alignleft" style="width: 287px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/11/Documents_STRASBOMÉDI-2009_PROJETS-2009_LASSOCE-PIKANTE_Gastibelza.jpg"><img class="size-medium wp-image-1367" title="_Documents_STRASBOMÉDI 2009_PROJETS 2009_L'ASSOCE PIKANTE_Gastibelza" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/11/Documents_STRASBOMÉDI-2009_PROJETS-2009_LASSOCE-PIKANTE_Gastibelza-277x300.jpg" alt="Gastibelza (Foto: Strasmed)" width="277" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Gastibelza (Foto: Strasmed)</p></div>
<p>Anlässlich des Festivals Strasmed gab die Formation „Gastibelza“ einen Abend, bei dem sie auch die Musiker der Gruppe Malietès einluden. Rembetiko stand auf dem Programm – eine populäre Musikform, die in den 20er und 30er Jahren in Piräus, Athen und Saloniki aus der griechischen Musiktradition heraus entstanden war. Der Rembetiko war eine Reaktion auf die Vertreibung vieler Griechen aus ihren angestammten Dörfern in Kleinasien, zurück in das Kernland und ist inhaltlich mit dem Blues vergleichbar. Er erzählt vom Leben und Leiden im Alltag der Menschen und wurde zum wichtigsten musikalischen Ausdrucksmittel der griechischen Bevölkerung. Die Bouzouki, Gitarre, Akkordeon und die schöne Stimme von  Fotini Banou bildeten das Kerngerüst der Truppe, die noch um die Musiker von Malietès erweitert wurden. Griechenland mit seiner heißen Sonne und seinen staubigen, schmutzigen und trostlosen Straßen war zum Greifen nah – wenn „l´enfant de la rue“ – also das Kind von der Straße oder „La femme qui vient de Kalabak“ die Frau aus Kalbak besungen wurde. Die verschiedenen Stücke waren besonders kunstvoll instrumentiert, keines glich in der Besetzung dem vorigen und viele Musiker, wie auch die Sängerin selbst, spielten im Laufe des Abends mehrere Instrumente. Ob Banou alleine sang oder im Duett, ob die einzelnen Stimmen der Instrumente polyphon oder unisono eine melodische Linie nachvollzogen, wie im Titel „Trikalinos“, immer war der musikalische Einsatz perfekt abgestimmt und harmonisch. Eine manches Mal im Hintergrund gehaltene, aber meist selbst „erzählende“ Stimme brachte der Posaunist Jean Lucas mit seinem Instrument ein. Dieses parlierte im „Tavernenlied“ fröhlich vor sich hin und erweiterte die gewohnten Klangfarben des Rembetiko herzerfrischend. Eine schöne Kombination, die auch in jenen Stücken zum Tragen kam, die aus dem Kletzmerrepertoire entnommen waren. Hier wiederum kam die Pauke erzählerisch zu ihrem Einsatz, was aufzeigte, wie solistisch jeder einzelne Musiker der Truppe auch agieren könnte. Ein sehr stimmungsvoller Abend, der die Sehnsucht nach Griechenland noch lange nachhallen ließ.<br />
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		<title>Finally I am no-one</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Nov 2009 12:56:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michaela Preiner</dc:creator>
				<category><![CDATA[Strasbourg-Méditerranée]]></category>
		<category><![CDATA[Theater]]></category>
		<category><![CDATA[Finally I am no-one]]></category>
		<category><![CDATA[Strasbourg Méditerranée]]></category>
		<category><![CDATA[Tarek Halaby]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_1285" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/11/Tarek-Halaby.jpg"><img class="size-medium wp-image-1285" title="Tarek Halaby" src="http://european-cultural-news.com/wp-content/uploads/2009/11/Tarek-Halaby-200x300.jpg" alt="Tarek Halaby - Finally I am no-one (Bild: Festival Strsbg. Méditerranée" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tarek Halaby - Finally I am no-one (Bild: Festival Strsbg. Méditerranée</p></div>
<p>Die kurze Ankündigung sprach von einer tänzerischen Auseinandersetzung eines Amerikano-Palästinensers der in Brüssel lebt und sich solistisch auf der Bühne mit dem Konflikt in seinem Herkunftsland beschäftigt. Eine spannende Ausgangslage. Tatsächlich legte der Tänzer Tarek Halaby mit seinem Solostück „Finally I am no-one“ eine Arbeit vor, die zwischen Spannung und Verstörung aber auch Langeweile angesiedelt ist. Sollten alle drei Komponenten beabsichtigt sein, so spielt Halaby mit hohem Einsatz, denn etwa zur Halbzeit sahen sich einige Zuseherinnen und Zuseher veranlasst, den Saal zu verlassen und – man kann ihnen nicht ganz Unrecht geben, wesentlich neue Erkenntnisse brachte der Rest der Vorstellung tatsächlich nicht.</p>
<p>Das Stück verweist in einer grundsätzlich raffinierten Anordnung von zwei unterschiedlichen Leinwänden, zwischen denen sich der Tänzer bewegt, auf die Geschichte einer Inhaftierung mit Folter, die Bewachung des Inhaftierten und den Zusammenbau einer Bombe. In kurzen, sich oft wiederholenden Filmsequenzen wird deutlich, dass der tänzerische Raum, in dem sich Halaby bewegt, zur Metapher des Eingeschlossenseins und des Gefängnisses wird. Seine Bewegungsmuster sind teils als Selbsttherapie gegen die Isolation zu lesen, teils als Reaktion auf Schläge und teils als Erinnerungsfetzen an amerikanische Hits, die Halaby teilweise auch mit Playback veranschaulicht. Gerade diese zuletzt genannten Passagen nehmen dem Stück viel von seiner bedrückenden Brisanz und schaden mehr als sie nützen. Dadurch entsteht eine Gemengenlage, die nicht immer schlüssig nachvollziehbar ist. Auf der einen Seite die harten und bedrückenden Bilder eines nackten, gefesselten Mannes mit einer Maske über dem Gesicht und dahinter Halaby, der den Raum durchläuft, in Sprüngen überwindet oder sich um seine eigene Achse scheinbar hunderte Male dreht. Auf der anderen Seite der singende Halaby in Starpose. Wie schon eingangs erwähnt, kann dies durchaus ein absichtliches, stilistisch gewolltes Mittel sein; dann jedoch wäre es ratsam, die so entstandene Verstörung noch extremer anzulegen.</p>
<p>In seinen tänzerischen Strecken verausgabt sich Tarek Halaby mit endlos kreisenden Bewegungen entlang der „vier Wände“ seines Verlieses bis hin zur völligen Erschöpfung. Die Erarbeitung dieser schwierigen Choreographie, die dem Tänzer eine Stunde lang den Atem raubt, ist als bemerkenswert anzusehen, wenngleich einige Längen viel von der zuvor aufgebauten Spannunge nehmen.  Halaby tanzt streckenweise gegen sich selbst – synchron zu  Tanzsequenzen vom Band, die auf die Leinwand projiziert werden und hinter der er live dieselben Bewegungsmuster in Szene setzt. Seine Bewegungen, limitiert durch den relativ kleinen Raum in dem er arbeitet, drücken aus, dass er nicht nur wie ein gefangenes Tier gehalten wird, sondern sich auch ohnmächtig verschiedenen Situationen gegenübersieht. Um die Vorstellung als ein Ereignis zu gestalten, welches das Publikum auch richtig packt, würde es jedoch einiger weniger Korrekturen, bzw. Kürzungen bedürfen.<br />
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