From Konzert

Ein Konzert zum Nachdenken

Am 13.11. lud Wien Modern in den Brahmssaal des Musikvereins zu einem Konzert mit gemischter Kost. Zwar war gleich zu Beginn „Streifton für Ensemble“ von Gerd Kühr aus dem Jahr 1993 zu hören, ein Stück das neben den „récréations francaises für Sextett“ von Gérard Pesson an diesem Abend die zeitgenössische Musikproduktion repräsentierte. Doch den beiden Kompositionen standen wahrliche Schwergewichte der Musik des 20. Jahrhunderts gegenüber.

Zeitgenössisches mit versteckten historischen Wurzeln

Das Odeon bot den idealen Rahmen für die Aufführung der Komposition „Construction in space“ für 4 Solistinnen, 4 Ensemblegruppen und Live-Elektronik von Olga Neuwirth. Die Dirigentin Sian Edwards leitete das wie immer beeindruckende Klangforum Wien, das diesmal in einer Aufstellung rund um das Publikum neue Klangerlebnisse ermöglichte.

Konzentrierte Ballung und ephemerer Hauch

Das Konzert des RSO unter der Dirigentin Susanna Mälkki, das Abonnementpublikum zu zeitgenössischer Musik von Wien Modern in den großen Saal des Konzerthauses lockte, war von einem Gegensatzpaar gekennzeichnet: Konzentrierte Ballung von Klangvolumen stand einem ephemeren Hauch gegenüber, der höchste Konzentration von den InterpretInnen genauso wie vom Publikum verlangte.

Der Unterschied zwischen Klang und Geräusch

Die beiden Zitate – aus der Internetenzyklopädie Wikipedia entnommen – lassen sich gut vor eine Besprechung des Konzertes des Talea Ensembles stellen, das im Rahmen von Wien Modern im Konzerthaus einen Abend zum Besten gab, der ausschließlich Werken von Olga Neuwirth gewidmet war.

Jiddische Musik auf dem globalen Trip

World-music, mittlerweile ein manches Mal schon abgedroschener Begriff, der zu fassen versucht, was in keine regionale oder nationale Schublade passt, kann treffender nicht jene Musik bezeichnen, die anlässlich des Jiddischen Herbstes von Emil Aybinder und Vira Lozinsky im Odeon gespielt wurde. Begleitet wurden sie von Aliosha Biz (Violine), Vlado Blum (Gitarre) und Lango Lakatos (Kontrabass).…

Die Zeit hat bei uns nur Urlaub gemacht

Ist es möglich, komplexe Ideen in einem Tanzstück auf die Bühne zu bringen, an dem viele kreative Köpfe beteiligt waren, ohne das sich ein einziger als Spiritus rector redlich hervortun darf?

Mehr als eine jüdische Großmutter braucht es nicht

Mit Alina Ivakh komplettiert, welche die jiddischen Lieder nicht nur singt, sondern auch höchst kunstvoll theatralisch interpretiert, traten sie im Rahmen des „Jiddischen Herbstes“ im Odeon in Wien auf und verzauberten ihr Publikum. Ein Abend mit jeder Menge Suchtpotential nach noch mehr Kletzmer.

The Rockin´ Rabbi

“Altes und Najes” braucht aus dem Jiddischen wohl nicht übersetzt zu werden um zu verstehen, dass damit schon Bekanntes aber auch so manches, erst zu Entdeckendes gemeint ist. Der Titel war Programm beim Eröffnungsabend des Jiddischen Kulturherbstes, der in Wien seinen festen Platz im herbstlichen Kulturveranstaltungsreigen gefunden hat. Bei vollem Haus präsentierte Rabbi Chaim Eisenberg…

Ich habe immer nur gespielt

Die Musik von Grete Sultan habe ich erst vor rund 10 Jahren entdeckt. Als mir mein Mann eine CD von ihr schenkte – The Legacy Nr. 1. Ich erinnere mich noch gut an die erste Hörprobe, die mich sofort fragen ließ: Wer ist diese Frau die Bach spielt, als ob sie ihn durch ein Brennglas seziert hätte und denselben Anspruch offensichtlich auch an die Werke von Schönberg und Cage anlegte?

Achtung, Lachen erlaubt!

Wie sehr die Vorstellung eines „Konzertes“ das Verhalten des Publikums beeinflusst wurde wieder einmal bei einer Aufführung von Werken des „Marcel Duchamp der Musik“ – John Cage – deutlich. Trotz vielfach aufblitzenden Humors des kompositorischen Revolutionärs in den Arbeiten seiner „Songbooks“ überwog in der Reaktion der Anwesenden offenkundig angestrengtes Nach-Denken.Wie sehr die Vorstellung eines „Konzertes“ das Verhalten des Publikums beeinflusst wurde wieder einmal bei einer Aufführung von Werken des „Marcel Duchamp der Musik“ – John Cage – deutlich. Trotz vielfach aufblitzenden Humors des kompositorischen Revolutionärs in den Arbeiten seiner „Songbooks“ überwog in der Reaktion der Anwesenden offenkundig angestrengtes Nach-Denken.