Le Maillon: Nieuwzwart

Nieuwzwart (Foto Pieter-Jan de Pue)

Nieuwzwart (Foto Pieter-Jan de Pue)

Nach „Spiegel“ (2006 vom Le-Maillon aufgeführt), einem Stück, das meisterlich auf fast zwanzig Jahre Tanztheater des Ensembles Ultima Vez zurückblickte, erforscht Wim Vandekeybus nun neue Gefilde. Neue Tänzer für eine neue Herausforderung. „Ich musste meine Kreativität mit anderen Körpern wieder ganz anders einsetzen“, sagt der flämische Choreograph. Seine Tänzer kommen aus Deutschland, Belgien, Finnland, Ungarn und Polen, zur Umsetzung aller Nuancen dieser neuen Produktion aus dem Jahr 2009. Das Ensemble wirkt europäischer; die Tänzerinnen und Tänzer bilden eine neue Generation und bewegen sich anders. Für Vandekeybus eine doppelte Chance: die Chance, den tänzerischen Ausdruck zu erneuern, gleichzeitig jedoch den ihm so eigenen sinnlichen, rebellischen, rasanten und heftigen Stil weiter zu verfeinern. „nieuwZwart“, „Neues Schwarz“, heißt der Titel, den Wim Vandekeybus seinem neuen Stück gegeben hat. Es pulsiert mit wilder Schönheit, mit animalischer Kraft. Die Sprünge der Tänzer werden von Stöhnen untermalt: Hechtsprünge, blitzschnelle Rollen, Bewegungskaskaden… Diesen rasanten körperlichen Eindrücken leiht Mauro Pawlowski – bekannt in der unabhängigen Rockszene und Mitglied der Gruppe dEUS – seine musikalischen Klänge, auf der ständigen Suche nach Elektroschocks und Vibrationen, die beinahe Weltuntergangsstimmung erzeugen. Der Autor und Dramaturg Peter Verhelst liefert schließlich, wie zuvor in „Blush“ und in „Sonic Boom“ (jeweils 2003 und 2004 vom Le-Maillon gezeigt) einen ausdrucksstarken Text, gesprochen von Kylie Walters, in dem die Wörter wie eine zweite Haut haften bleiben. (Text: Le-Maillon)


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