Feuer am Wasser beim Konzert der beiden UferSymphonie des deux rives

Symphonie de deux rives (c) PBastien

„Symphonie des deux rives“ – Die Symphonie der beiden Ufer am 12. Juni in Straßburg

Feuchtes Gras, ein langsam dahinziehender Fluss, dunkle Wolken am Himmel, die Nacht, die langsam hereinbricht. Eigentlich eine perfekte Szenerie für ein romantisches Rendezvous im Garten der zwei Ufer. Jenem Park, der durch die Europabrücke über den Rhein verbunden ist, auf der im vorigen Jahr die deutsche Bundeskanzlerin Merkel anlässlich des Nato-Gipfels symbolträchtig ihren französischen Amtskollegen Nicolas Sarkozy empfing. Mit offenen Armen – einer Freundschaftsgeste. Am Samstag jedoch war es nicht ratsam, sich in jenem Park zu einem Schäferstündchen zu verabreden, denn man musste schon lange suchen, um ein stilles Plätzchen zu finden. Schuld – oder besser dank einer Veranstaltung, die nun schon zum 6. Mal in Folge stattfand: Der „Zweiufersymphonie“. Dieses Konzert ist ein Geschenk der Stadt Straßburg an alle Straßburger und Straßburgerinnen, aber auch an alle Musikliebhaberinnen und –liebhaber, die sich jenseits des Rheins auf der deutschen Seite befinden, denn – Musik kennt keine Grenzen – und schon gar nicht, wenn sie, wie in diesem Fall tatsächlich in zwei Ländern gleichzeitig live zu hören ist.

Didier Lockwood (c) document recu

Eine Auswahl des OPS, des Orchestre philharmonique de Strasbourg, unter der Leitung von Laurent Petitgirard spielte bei freiem Eintritt einen Querschnitt mit dem Besten aus Klassik, Jazz und Filmmusik und begeisterte damit die Massen. Zu hören waren zu einem großen Teil Stücke, die das Orchester im Laufe der Saison auch im Konzertsaal bereits spielte, gewürzt mit Auftritten von Janja Vuletic, die mit zwei Carmenarien beeindruckte, dem Jazzgeiger Didier Lockwood, der – immer eine Klasse für sich – Django Reinhardt interpretierte, sowie Sébastian Giot, dem Oboisten des Orchesters, der in dieser Saison mit zwei meisterlichen Solokonzerten wahre Triumphe in Straßburg feiern konnte. Für Händels „Halleluja“ und Borodins „Prinz Igor“ vervollständigte auch der Chor unter Catherine Bolzinger die Musikergarde, die trotz kühlem Wind Feuriges zu Gehör brachte.

Laurent Petitgirard, bereits zum zweiten Mal im „Jardin de deux rives“ auf dem Dirigentenpodest, führte nicht nur mit sicherem Taktstock, sondern vor allem einer launigen Moderation durch den Abend. Ein Dirigent, der sich publikumsnahe gab und nicht mit Seitenhieben auf die laufende Fußballweltmeisterschaft sparte. Immerhin war diesem sportlichen Weltereignis jedoch jener Großbildschirm zu verdanken, auf den das Konzert projiziert wurde. Eine Wohltat vor allem für jene, die nur in großem Abstand zur Bühne auf dem Grün Platz gefunden hatten.

Das OPS mit der Symphonie der zwei Ufer, die mittlerweilen bereits zum fixen Bestandteil des Straßburger Kulturgeschehens gehört, tat dasselbe, wie Angela Merkel. Es  öffnete sich herzlichst hin zu seinen Nachbarn jenseits des Rheins, mit einer  großen Freundschaftsgeste der besonderen Art; der Schluss des Konzertes –  die Titelmusik zum Film „Superman kehrt zurück“ – wurde mit einem Feuerwerk begleitet, das weit über die französische Grenze hinaus auch in Deutschland sichtbar war.

Für all jene, die nicht dabei waren, gibt es die Möglichkeit, das Konzert noch im Nachhinein gemütlich daheim vom Sofa aus zu konsumieren – ARTE live web macht´s möglich: https://liveweb.arte.tv/de/video/Zweiuferkonzert_der_Stra_burger_Philharmoniker/

Und wer Lust bekommen hat, das Orchester in der neuen Saison live zu erleben kann sich hier einen Überblick über das kommende Konzertangebot machen. https://www.wobook.com/WBOx8rW0jd70-f/Brochure-saison-2010-2011.html

Previous

Next

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.

Pin It on Pinterest