Godot lebt mitten unter uns – auf der documenta 12!

Warten, bzw. warten können, so heißt es, sei eine Tugend. Ich bin davon nicht wirklich befallen. Wenn ich ein Ziel ins Auge gefasst habe, bedeutet das für mich losstürmen und nicht mehr lockerlassen, bis die Ziellinie erreicht ist. Ohne Warten und Zaudern. Gewiss, manchmal gehe ich aus so einem Einfraurennen nicht siegreich hervor, sondern krieche eher erschöpft und ausgelaugt ins Off. Immerhin aber wußte ich bis jetzt jedesmal, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Dass ich mich im Moment jedoch tugendsam benehmen muss, ist nicht meine Schuld. Vielmehr ist es die documenta 12, die mir zeigt und beibringt, was wahre Tugend ist. Habe ich doch bis heute keine Reaktion auf all meine Fragen in Zusammenhang mit den Einschränkungsmaßnahmen für externe Führungen erhalten. Und werde es wohl auch nicht mehr. Nun, gewartet habe ich sicherlich lange genug, deswegen habe ich mich heute wieder meines urssprünglichen Lasters erinnert, das da eben heißt: Ziel im Auge behalten und nicht mehr loslassen. Und so habe ich mich zu einer zweiten Runde auf der kulturellen Aschenbahn aufgerafft und diesesmal gleich drei Anfragen in diverse virtuelle Briefkästen am Weg im Vorbeilaufen eingeworfen, als da sind: Jener des Oberbürgermeisters von Köln, Herr Hilgen. Seines Zeichens Aufsichtsratsvorsitzender der „documenta und Museum Fridericianum Veranstaltungs-GmbH“. Weiters jener von Minister Corts, Minister für Wissenschaft und Kunst in Hessen und Vertreter des Landes Hessen bei der documenta sowie schließlich jener von Staassekretär Lorz, ebenfalls im documenta Aufsichtsrat vertreten. Die Brieflein waren, mit geringfügigen Erweiterungen die gleichen wie jene, die bei der documenta 12 in der Rundablage gelandet sind. So, und jetzt heißt es wieder tugendsam sein und warten. Godot sei schön langsam verflucht!

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