Marc Schaefer – Der Komponist des „DARIUS“Marc Schaefer – le compositeur de „DARIUS“

Marc Schaefer (c) Henri Parent


Interview mit Marc Schaefer, dem Komponisten des Darius

Herr Schaefer von wem stammt die Idee zu Darius, der musikalischen Geschichte für einen Erzähler und Orchester?

Die Idee hatte ich, das ist schon lange her. Es ist eine Geschichte über die Macht der Elemente, die es in vielen Kulturkreisen gibt und keinen bestimmten Autor hat. 1994 habe ich kleine Skizzen geschrieben und diese auch aufgenommen. Mir kam diesbezüglich auch ein Buch in die Hände, bei der eine Maus gegen die Sonne antritt, aber ich habe nie einen Autor ausfindig machen können. Ich arbeitete mit Emmanuel Hirsch zusammen, der ja die Reime machte , und gab ihm zuerst die kleinen Skizzen mit der Musik. Dann schrieb er den Text, dann machte ich mehr Musik und so ging das wechselseitig hin und her. 1998 war das Stück fertig und jetzt, 12 Jahre später wurde es uraufgeführt. Man muss im Leben einfach Geduld haben!

Wie kamen Sie zum Komponieren?

Ich wurde einmal von einer Bekannten gebeten, für den Szenenwechsel bei einem Marionettentheater eine Musik zu schreiben. Stücke, die nur 10 bis 15 Sekunden lang waren, aber sie meinte, das wäre dadurch viel kurzweiliger und die Arbeit hat gefallen. Ich schreibe nicht wie in der Boulez-Klasse, bin nicht in der Szene verankert, sondern arbeite für mich ganz alleine. Aber ich habe auch schon etwas Kurioses geschrieben, eine Filmmusik für einen Film, der dann nie gedreht wurde. Normalerweise funktioniert es so, dass die Filmmusik gemacht wird, wenn der Film schon fertig ist. Dann muss alles ganz schnell gehen, das Geld für den Film ist auch längst ausgegeben und da steht man unter Zeitdruck. Das wusste ich. Eines Tages kam jemand zu mir, der einen Film über Ettore Bugatti machen wollte, der ja seine Fabrik in Molsheim gegründet hatte. Er war zu seiner Zeit bei uns hier schon eine Legende. Mir gefiel die Idee und ich dachte, ich arbeite schon ein wenig im Voraus, damit ich dann nicht so unter Druck komme. Dann hatte ich zwar die Musik fertig, der Film kam aber nie zustande! So habe ich eine Filmmusik ohne Film gemacht, ich glaube, das ist auch einzigartig, vor allem, weil diese Musik dann mehrfach aufgeführt wurde, in Nizza, in Angers, in Mulhouse und in Straßburg.

Haben Sie Komposition studiert?

Nein, leider nicht! Das hätte ich gerne, aber dazu kam es nicht. Ich hatte in Metz Violinunterricht und meine Lehrerin wollte mich unbedingt nach Paris bringen. Ich hätte sehr gern Komposition studiert und auch Saxofon, um zu wissen, was für Bläser wichtig ist, damit ich diese Erfahrung später einmal beim Komponieren auch einbringen könnte. Als das Semester begann, schrieb ich mich in die Kompositionsklasse ein – und hatte dort eine einzige Stunde! Wir waren ungefähr 20 junge Leute und der Professor verlange von uns einen dreistimmigen Kanon auf 4 Takten aufzubauen und dazu gab er uns eine halbe Stunde Zeit. Dann ging er reihum, nahm uns die Zettel ab, blätterte mit geübtem Auge durch und zog 5 heraus, die er Wert fand, vorzuspielen. Darunter war auch meiner. Dann aber gab es einen Riesenkrach mit meiner Lehrerin. Sie meinte, ich würde mich verzetteln und könne nicht gleichzeitig Saxofon und Komponieren studieren und noch die Geige spielen. Und da ich von ihr in gewisser Weise abhängig war, ich spielte damals in Metz aushilfsweise im Orchester, war 16 Jahre alt und unterstützte mit dem Geld schon tatkräftig meine Familie, habe ich nicht studiert und weiter für Geld im Orchester ausgeholfen. Natürlich hatte ich an der Musikschule, so wie alle Musiklehre, aber Komponieren musste ich mir selbst beibringen. Meine weit über 80 Jahre alte Mutter hat übrigens heute noch in ihrem Portemonnaie die Kreditbewilligung der Bank für ein Saxofon für mich – das dann auch nie gekauft wurde. Zu Komponieren habe ich dann erst mit 40 Jahren begonnen.

Haben Sie bei der Komposition für Darius auch an bestimmte Kollegen im OPS gedacht?

Nein überhaupt nicht, es hat keinen Zusammenhang mit dem Orchester gegeben. Ich wusste ja beim Komponieren nicht, dass das OPS dieses Stück einmal spielen würde.

Was war es für ein Gefühl, das Stück dann das erste Mal vom Orchester gespielt zu hören?

Zum einen ist es nicht leicht, überhaupt gespielt zu werden. Und wenn es dann soweit ist, dann hat man natürlich ein wenig Angst. Angst, dass das Stück vielleicht zu leicht sein könnte. Aber ich bin sehr glücklich, die Leute, die Musikerinnen und Musiker waren alle sehr begeistert. Natürlich gibt es von dem einen oder andern Kritik, aber ich weiß, wie ich damit umgehen kann. Und ich habe auch noch kleine Korrekturen gemacht. So habe ich bemerkt, dass ein bestimmter Ton beim Auftritt der Sonne zu schwach war, den musste ich dann durch eine andere Lösung ersetzen.

Sie kommen aus dem Orchester und dirigieren es selbst, haben Sie das schon öfter gemacht?

Ja, ich glaube mittlerweilen schon über 20 Mal. Ich bin eingesprungen, schon in letzter Sekunde und ich habe mit dem OPS auch viel auswärts dirigiert, in den kleinen Dörfern im Elsass. Ich hatte kein Problem mit meinem eigenen Orchester, denn was beim Dirigieren zählt, ist nur die Kompetenz. Wenn Sie so wollen, bin ich der „heimliche“ Dirigent des OPS. Es begann damit, dass es vor langer Zeit einmal große Schwierigkeiten bei den Proben mit einem Dirigenten gab. Die Konzertmeisterin war schon nach ganz kurzer Zeit sehr aufgebracht und teilte dem Vorstand mit, dass eine Aufführung nicht zustande kommen könnte und man einen Ersatz suchen müsste. Da meinte einer der Kollegen, fragt doch den Schaefer! Da wurde ich in die Direktion gerufen und gefragt, ob ich mir zutrauen würde, die Aufführung in 48 Stunden zu dirigieren – und ich sagte zu. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass ich sehr aufgeregt war und tatsächlich bis zu Aufführung nichts anderes gemacht habe als nur die Partitur zu studieren, aber es hat gut funktioniert.

Das Orchester hat großes Mitspracherecht bei den Dirigenten?

Es gibt bei uns eine Tradition. Wenn wir mit einem neuen Dirigenten zusammenarbeiten, dann stimmt das Orchester darüber ab und das Ergebnis geht in die Direktion weiter. Es kann nicht sein, dass wir mit einem schlechten Dirigenten arbeiten. Ein Dirigent kann bei der Arbeit bluffen, das Publikum merkt das nicht. Aber die Musiker können das nicht. Die Musiker, die im OPS spielen, sind alle durch ein strenges Auswahlverfahren gegangen. Das bedeutet, auf eine offene Stelle melden sich 30, 40 Leute und nur einer oder eine davon bleibt übrig. Alle anderen werden dabei aber hinausgedrängt. Schon alleine deswegen können wir es nicht dulden, dass wir unter einem schlechten Dirigenten arbeiten. Zum Glück aber wird unsere Meinung wahrgenommen.

Sie haben auch öfter die Silvesterkonzerte des OPS dirigiert?

Ja, nicht nur dirigiert, sondern ich habe auch das Programm ausgesucht bzw. teilweise auch die Arrangements gemacht. 1992 habe ich das erste Mal unter Guschlbauer das Programm vorgeschlagen, Lehar und Operette stand auf dem Programm und im Jahr darauf habe ich dann das erste Silvesterkonzert dirigiert. Ich gestaltete und leitete dann unter anderen ein Programm zum Thema Deauville in den 30er Jahren, ein anderes, rein amerikanische Programm hieß „Central Park“ und 2007 widmeten wir den Abend Zarah Leander, anlässlich ihres 100. Geburtstages. Es war ein sehr außergewöhnliches Konzert mit der schwedischen Sängerin Karin Pagmar. Ihre Stimme ist unglaublich, nach den ersten Sekunden konnte ich die Spannung aus dem Publikum spüren, aber es war ein großer Erfolg. Einige Konzerte später kam ein alter Mann zu mir und bedankte sich und sagte: „Wissen Sie, es war unglaublich, die Musik meiner Kindheit wieder zu hören!“ Das hat mich sehr berührt. Es ist seltsam, denn diese Musik bei uns aufzuführen, war so etwas, wie ein heißes Eisen anzugreifen, aber ich glaube, das hat damit zu tun, dass Zarah Leander Populärmusik machte. Wenn wir das Capriccio von Richard Strauß hingegen spielen, kommen keine Bedenken, obwohl die Oper 1942 in München uraufgeführt wurde und die Rolle von Richard Strauß, während der NS Zeit, als sehr umstritten gilt.

Sie stehen aber auch als fixer Dirigent einem anderen Orchester vor.

Ja, ich bin Leiter des Orchesters der Elekrizitätswerke von Straßburg, dem Orchestre d´harmonie de l´électricité de Strasbourg. Dieses Blasmusikorchester ist, soweit ich weiß, das einzige noch bestehende Werkorchester in ganz Frankreich. Früher hatten ja alle großen Unternehmungen eigene Orchester, aber diese Tradition gibt es nicht mehr. Es gibt noch ein Orchester, dass die U-Bahn in Paris betreibt und einen Chor von Air-France, aber das ist alles. Unser Orchester hat 80 Personen und ist zum Glück sehr lebendig. Unser letztes großes Konzert gaben wir a im großen Salle Erasme, der über 2000 Zuschauer fasst und wir mussten 400 Personen absagen, weil wir für sie keinen Platz mehr haben. Im Juni sind wir in Karlsruhe und Ende Juni werden wir dann auch eine Platte aufnehmen. Wenn ich Zeit habe, dann schreibe und arrangiere ich für das Orchester auch. Die Programme werden gemeinsam in einem Komitee beschlossen. Das Konzert am 24. April hatte den Titel „Ameriques“ – also Amerika und wir spielten viele bekannte, amerikanische Stücke. Da aber keines von ihnen für Blasmusik geschrieben ist, musste ich alle umarrangieren, das war unglaublich viel Arbeit!

Ich habe gesehen, dass Sie den Taktstock in der linken Hand halten. Ist das für die Musiker ungewöhnlich?

Nein, ich glaube nicht, sie kennen das von mir so und es hat bis auf einmal noch nie jemand etwas gesagt. Ich trat mit dem Orchester einmal in einer Stadt auf, in der wir ein paar Jahr später wieder spielten. Da kam ein Mann zu mir und sagte: „Mir ist beim ersten Mal schon etwas eigenartig vorgekommen aber ich wusste nicht was, aber heute habe ich es entdeckt: Sie halten den Taktstock ja links!“ Das war aber das einzige Mal. Eigentlich bin ich ja Linkshänder, aber zu meiner Zeit in der Schule, mussten wir noch alle rechts schreiben. Kurioserweise habe ich eine schöne Schrift entwickelt. Meine beiden Söhne sind auch Linkshänder, und obwohl heute in der Schule auch links geschrieben werden darf, ist die Schrift meines älteren Sohnes nicht wirklich schön!

Sie werden bald in Pension gehen!

Ja, wenn alles gut geht, in 3 ½ Jahren. Dann kann ich das machen, was mir Spaß macht, komponieren und malen.

Sie malen auch?

Ja, sehr gerne, aber fast ausschließlich mit dem Messer! Ich liebe es, die Farbe ganz pastos aufzutragen und dann mit dem Messer zu verteilen. Auf diese Art und Weise mache ich hauptsächlich Landschaften. Als ich noch studierte, fuhr ich wöchentlich 2, 3 mal mit dem Zug. Eines Tages hatte ein Freund einen Zeichenblock bei sich und ich sagte, er solle mir zeigen, was er gemacht hatte. Es war eine Landschaft und ich nahm einen Bleistift und setzte mit einigen wenigen Strichen die Schatten auf die Zeichnung. Das gefiel mir unglaublich gut, und als ich nach Hause kam, war es klar, dass ich mir Farben besorgen musste. Zuerst waren es Aquarellfarben, aber schon bald wechselte ich auf Ölfarben. Und wie damals, male ich auch heute noch Landschaften. Ich hasse die Stadt – in der Stadt fühle ich mich als Geisel. An jeder Ecke bekommt man ein Strafmandat und für alles muss man sofort bezahlen – das ist nichts für mich. Ich bin überhaupt nicht menschenscheu und liebe das Publikum, aber die Freiheit geht mir über alles.

Ich wünsche Ihnen viel Glück und viel Zeit fürs Komponieren und danke Ihnen für das Gespräch!

Marc Schaefer (c) Henri Parent


Interview mit Marc Schaefer, dem Komponisten des Darius
Monsieur Schaefer, qui a eu l’idée de Darius, l’histoire musicale pour un narrateur et orchestre ?

C’est mon idée. Et je l’ai eue il y a bien longtemps. C’est une histoire qui parle de la puissance des éléments naturels. Ce genre d’histoires existent dans beaucoup de cultures et n’ont pas vraiment d’auteur. En 1994, j’ai écrit des notes et je les ai enregistrées. J’ai eu aussi un livre entre les mains dans lequel une petite souris affronte le soleil, mais je n’ai jamais réussi à identifier l’auteur.
J’ai collaboré avec Emmanuel Hirsch, qui a signé les rimes. Pour commencer, je lui ai remis les petites notes avec la musique. Ensuite, il a écrit le texte et moi, j’ai fait plus de musique et ainsi de suite. En 1998, le travail était terminé, et maintenant, 12 ans plus tard, a eu lieu sa première. Il faut tout simplement être patient dans la vie !

Comment avez-vous commencé à composer de la musique ?

Un jour, une amie m’a demandé d’écrire une musique pour les changements de décor d’un théâtre de marionnettes. Il s’agissait de petites pièces de 10 à 15 secondes. Elle a apprécié mon travail et elle trouvait qu’avec la musique c’était plus amusant. Je n’écris pas de musique comme dans la classe Boulez, je ne suis pas non plus ancré dans la scène musicale. Je travaille pour moi, tout seul. Il m’est arrivé d’écrire quelque chose de curieux : J’ai écrit une musique de film pour un film qui n’a jamais été tourné par la suite. Normalement, c’est l’inverse : On écrit la musique pour un film, quand celui-ci est déjà terminé. Ensuite, il faut que tout aille vite, l’argent pour le film est dépensé depuis longtemps et on a une pression énorme quant au délai. Ça, je le savais. Un jour, quelqu’un, voulant faire un film sur Ettore Bugatti qui, comme vous le savez, a fondé son usine à Molsheim, est venu me voir. Bugatti était en son temps déjà une légende vivante. L’idée m’a séduit et je pensais prendre les devants pour ne pas être trop sous pression à la fin. J’ai fini la musique, mais le film n’a jamais été tourné ! J’ai donc fait une musique de film sans film ! Je pense que c’est unique, d’autant plus que cette musique a fait l’objet de plusieurs représentations: à Nice, à Angers, à Mulhouse et ici, à Strasbourg.

Avez-vous étudié la composition ?

Malheureusement non ! J’aurais beaucoup aimé, mais cela ne s’est pas présenté. J’ai fait des études de violon à Metz et ma professeure voulait à tout prix que j’aille à Paris. J’aurais beaucoup aimé faire des études de composition et j’aurais aimé apprendre à jouer du saxophone aussi. Simplement pour savoir ce qui est important pour les instruments à vent et de pouvoir ensuite me servir de cette expérience pour mes compositions. Au début du semestre je me suis inscrit en classe de composition, mais je n’ai eu qu’une seule leçon. Nous étions environ 20 jeunes gens et le professeur nous a demandés de composer un canon à trois voix construit sur quatre mesures et on avait en tout en pour tout une demi-heure pour le faire. Après cela, le professeur est passé dans les rangs pour ramasser les copies. Il a jeté très rapidement un œil exercé sur les feuillets pour en choisir cinq qui lui paraissaient suffisamment intéressants pour les faire jouer – dont le mien. Mais après, il y a eu un énorme scandale avec ma professeure de violon qui était convaincue que je perdais mon temps avec le saxophone et la composition. Et dans la mesure où j’étais en quelque sorte dépendant d’elle, j’ai fait à l’époque des remplacements dans l’orchestre de Metz, je n’avais que 16 ans et avec l’argent que je gagnais je pouvais aider ma famille, je n’ai pas fait d’études et j’ai continué à jouer dans l’orchestre pour gagner ma vie. Bien entendu, j’ai suivi des cours de théorie de la musique comme tous les autres au conservatoire, mais quant à la composition proprement dite, j’ai tout appris en autodidacte. Ma mère qui a bien plus que 80 ans aujourd’hui a gardé dans son portemonnaie le papier de la banque disant que celle-ci accordait le crédit demandé pour l’achat d’un saxophone pour moi. Ce saxophone n’a jamais été acheté, et j’ai commencé à composer bien plus tard, à l’âge de 40 ans pour être exact.

En travaillant sur Darius, avez-vous pensé à certains de vos collègues de l’OPS en particulier ?

Non, pas du tout. A ce niveau-là, il n’y a pas eu de rapport entre moi et l’orchestre. Quand j’étais en train d’écrire la musique, je ne savais pas que l’OPS allait jouer cette œuvre un jour!

Qu’avez-vous ressenti quand vous avez entendu pour la première fois votre pièce jouée par l’orchestre ?

D’un coté, ce n’est pas facile de ne pas être joué du tout. Et d’un autre coté, quand ça arrive finalement, on a un peu peur. On a peur que la pièce puisse être trop facile. Mais je suis très heureux, car le public et les musiciennes et musiciens ont été enthousiastes. Bien entendu, quelques voix critiques se sont levées aussi, mais je sais comment gérer cette situation. Et j’ai apporté un certain nombre de petites corrections. J’ai remarqué par exemple qu’un certain son au moment où le soleil entre en scène, était trop faible. Il a fallu que je trouve une autre solution.

Vous faites partie d’un orchestre et vous dirigez vous-même. Avez-vous fait cela souvent ?

Oui. Une bonne vingtaine de fois, je crois. J’ai déjà fait des remplacements au pied levé et j’ai souvent assuré la direction d’orchestre avec l’OPS à l’extérieur, notamment dans de petits villages en Alsace. Je n’ai pas de problème avec mon propre orchestre. Car la seule chose qui compte pour diriger un orchestre, c’est la compétence. Si vous voulez, je suis en quelque sorte le chef d’orchestre secret de l’OPS. Ça a commencé il y a longtemps. Il y a eu de gros problèmes pendant les répétitions avec un chef d’orchestre. Le premier violon, à l’époque une femme, a fait savoir à la direction que la représentation ne pouvait avoir lieu et qu’il fallait chercher un remplaçant au plus vite. Et là, l’un des collègues a suggéré de faire appel à moi. La direction m’a convoqué et m’a posé la question, si je me sentais capable de diriger la représentation prévue dans 48 heures – et j’ai accepté ! Pour être honnête, il faut avouer que pendant les 48 heures précédant la représentation je n’ai fait qu’une chose : J’ai étudié la partition ! Mais tout s’est bien passé.

L’orchestre a-t-il son mot à dire concernant le chef d’orchestre ?

Ici, nous avons une tradition. Quand nous devons collaborer avec un nouveau chef d’orchestre, l’orchestre organise un vote et communique le résultat à la direction. Il est donc impossible que nous travaillions avec un mauvais chef d’orchestre. Un chef d’orchestre peut bluffer au travail – le public ne s’en rend pas forcément compte. C’est chose impossible en ce qui concerne les musiciens. Tous les musiciens qui jouent dans l’OPS sont passés par une sélection très rigoureuse. Pour un poste il y a 30 à 40 candidats, un seul est choisi, les autres sont remerciés. Rien que pour cette raison nous ne pouvons admettre de travailler avec un mauvais chef d’orchestre. Mais heureusement, la direction tient compte de notre avis.

Avez-vous déjà dirigé les concerts de la Saint Sylvestre de l’OPS ?

Oui, et non seulement dirigé. J’ai déjà fait le choix du programme et j’ai fait un certain nombre d’arrangements. En 1992, sous Guschlbauer, j’ai proposé pour la première fois le programme pour le concert. En l’occurrence il s’agissait de Lehár et de l’opérette. L’année d’après, c’est moi qui ai dirigé l’orchestre pour la première fois pour le concert de la Saint Sylvestre. Ensuite, j’ai entre autres conçu et dirigé un programme autour du sujet « Deauville pendant les années trente ». Un autre programme était exclusivement américain et s’appelait « Central Park ». En 2007, à l’occasion du centième anniversaire de Zarah Leander, nous lui avons dédié la soirée. C’était un concert extraordinaire avec la participation de la cantatrice suédoise Karin Pagmar. Elle a une voix incroyable et dès les premières secondes on pouvait percevoir une certaine tension dans le public. Mais c’était un grand succès. Quelques concerts plus tard, un vieux monsieur est venu me voir pour me remercier en disant : « Vous savez, c’était incroyable d’entendre à nouveau la musique de mon enfance ! » Cela m’a beaucoup touché. De jouer cette musique équivalait en quelque sorte de toucher à un fer chauffé à blanc. Je crois que cela a un rapport avec le fait que Zarah Leander a fait de la musique populaire. En revanche, quand nous jouons le « Capriccio » de Richard Strauss, il n’y pas d’objections. Même si la première de cet opéra a eu lieu en 1942 à Munich et que la position de Strauss à l’époque du nazisme est contestée.

Mais vous êtes le chef d’orchestre en titre d’un autre orchestre !

Oui, je suis le chef d’orchestre de l’ « Orchestre d’harmonie d’électricité de Strasbourg ». Cet orchestre d’instruments à vent est à ma connaissance le seul orchestre « survivant » parmi tous les orchestres d’entreprises qui ont existé un peu partout en France.
A l’époque, toutes les grandes entreprises avaient leur propre orchestre. Cette tradition n’existe plus aujourd’hui. Il y a encore un orchestre du métro parisien et un chœur à Air France, mais c’est tout. Notre orchestre a 80 membres et il est heureusement très vivant. Notre dernier concert etait dans la grande salle Erasme qui dispose de 2000 places. Nous avons été obligés de refuser plus de 400 personnes par manque de place ! Au mois de juin nous serons à Karlsruhe et fin juin nous allons enregistrer un CD. Si j’ai le temps, j’écris aussi pour l’orchestre et je fais des arrangements. Les programmes sont conçus en concertation avec un comité. Le concert du 24 avril s’intitulait « Amériques » et nous avons joué des morceaux américains très connus. Mais dans la mesure où aucun d’eux n’est écrit pour des instruments à vent, il a fallu que je refasse tous les arrangements. C’était un travail monstre !

J’ai vu que vous tenez la baguette dans votre main gauche. Est-ce inhabituel pour les musiciens?

Non, je ne pense pas. Ils y sont habitués, chez moi et personne n’a jamais rien dit – à une exception près : une fois, nous avons joué dans une ville où nous sommes retournés quelques années plus tard. Un homme s’est dirigé vers moi pour me dire : « La première fois, j’ai remarqué quelque chose de bizarre, mais je ne savais pas ce que c’était. Mais aujourd’hui j’ai trouvé : Vous tenez la baguette de la main gauche ! » C’était la seule et unique fois. Au fond, je suis gaucher. Mais à l’école on nous a obligés d’écrire de la main droite. Curieusement, j’ai réussi à développer une belle écriture. Mes deux fils sont gauchers aussi, et bien qu’on ait le droit d’écrire de la main gauche aujourd’hui, l’écriture de mon fils aîné n’est pas vraiment belle !

Vous allez prendre bientôt votre retraite !

Oui, si tout va bien, dans 3 1/2 ans. Et à partir de là je pourrai faire ce que j’aime : Peindre et composer.

Vous peignez ?

Oui, j’aime beaucoup ça. Mais je peins pratiquement exclusivement au couteau. J’aime appliquer la peinture en gros paquets que j’étale ensuite au couteau. De cette façon je peins essentiellement des paysages. Du temps où j’étais encore étudiant, j’ai pris le train trois à quatre fois par semaine. Un jour, l’un de mes amis avait un bloc de dessin sur lui. Je lui ai demandé de me montrer ce qu’il avait fait. C’était un paysage. J’ai pris un crayon à papier et avec quelques traits, j’ai mis les ombres. J’ai adoré ça et quand je suis rentré, il était clair pour moi qu’il fallait que je me procure des couleurs. D’abord, c’étaient des couleurs pour aquarelles, mais je suis passé assez rapidement à l’huile. Et comme à l’époque, je continue à peindre des paysages. Je déteste la ville. Dans une ville, je me sens comme pris en otage. A tous les coins de rue on vous colle une amende et il faut payer pour tout, tout de suite ! Ce n’est pas une vie pour moi. Je ne suis pas du tout farouche et j’aime le public ! Mais je mets la liberté au dessus de tout !

Je vous souhaite beaucoup de bonnes choses et beaucoup de temps pour composer et je vous remercie pour cet entretien !

Texte traduit de l’allemand par Andrea Isker

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