Wohliger Gruselschauer fühlt sich anders an

Maria Metsalu "Mademoiselle x" (Foto: Alan Proosa)

Im Rahmen von 8:tension, der Nachwuchs-Performance-Reihe von Impulstanz, präsentierte Maria Metsalu aus Estland ihre Arbeit „Mademoiselle X“ in den Hofstallungen des MQ.
Grundlage ihrer Performance ist die Beschäftigung mit Horrorfilmen und so schlüpft die junge Tänzerin in die Rolle einer vermeintlich Untoten. Flankiert wird sie von zwei Puppen, die Leichen darstellen sollen. In der Raummitte ist ein Bassin angebracht, das mit Theaterblut gefüllt ist und in dem sich die Performerin gleich zu Beginn in Liegeposition befindet.

Nach und nach entsteigt sie dem roten Nass und dreht ihre Runden, in Tuchfühlung mit dem Publikum, das zum Teil eine gehörige Portion vom roten Wasser abbekommt. Danach folgen Aktionen mit brennenden Kerzen, die sich die junge Frau zwischen ihre Zehen, in ihren Mund und ihr Geschlechtsteil steckt und mit Trockeneis, das sie behandschuht in das Bassin wirft, um das wallende Nebelschauspiel dann zu fotografieren. Nicht zu vergessen das Herausziehen diverser Ketten aus ihrer Vagina, die sie sich danach über ihren Oberkörper hängt. Sobald diese Szenen absolviert wurden, verschwindet Metsalu durch eine Tür ins Freie, um kurz danach wieder in den Saal zu kommen und das Schauspiel von vorne beginnen zu lassen.

Dass sie sich dabei in einem Zustand befindet, der als ewiger Kreislauf bezeichnet werden kann, aus dem sie nicht imstande ist, sich zu lösen, wird dabei klar. Man mag wohlwollend diese Wiederholungen in vielfacher Hinsicht metaphorisch deuten. Kritischer gesehen, schrumpft die Arbeit jedoch auf ein Drittel ihrer Dauer und hinterlässt weder eine wohlige Gänsehaut, noch den Anreiz, länger über das Präsentierte nachzudenken.

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