Reisen mit der Musik – Reisen für die Musik – mit dem OPS auf TourneeVoyager avec la musique – voyager pour la musique – en tournée avec l’OPS

Vor dem Abflug des OPS in Enzheim (c) MP

Drei große Busse stehen am Parkplatz vor dem PMC (der Heimat des Philharmonischen Orchesters ) in Straßburg. Es ist ein eiskalter Märznachmittag, viel zu kalt für die Zeit. Ich bin 10 Minuten vor dem verabredeten Zeitpunkt im Bus und grüße, da ich mich in eine der vorderen Reihen gesetzt habe, jeden, der neu in den Bus hinzukommt. Vom Sehen her kenne ich sie alle – die Musikerinnen und Musiker der OPS. Allerdings erkenne ich sie schwer wieder, sind sie doch normalerweise im Konzertsaal nur in ihrer Berufskleidung, im kleinen oder langen Schwarzen der Damen sowie in den Fräcken der Herren anzutreffen.  An diesem kalten Nachmittag jedoch bilden sie eine bunte Truppe eingemummelt in warmes Winteroutfit. Schon allein der Buskonvoi zeigt, dass sich hier ein großes Ensemble auf den Weg macht. Insgesamt sind es 108 Personen, die sich mit der und für die Musik auf die Reise machen,  darunter 4 Journalisten bzw. Journalistinnen, ein Dirigent, ein Pianist, der Direktor des Orchesters,  mit der in der Direktion tätigen Damen und Herren,  sowie fünf Bühnenbetreuern. Wir fliegen zuerst in die slowenische Hauptstadt Maribor. Von dort soll es dann am Samstag nach Zagreb in Kroatien gehen und am Sonntag dann wieder zurück nach Straßburg. Ein straffes Programm mit zwei Konzerten, nicht nur für das OPS,  sondern auch für seinen Chefdirigenten Marc Albrecht und den Solisten Nikolai Tokarev. Er trat noch am Mittwoch mit dem OPS in Straßburg auf – spielte das schwere Klavierkonzert N.1 von Sergej Rachmaninow und wird es noch zweimal in den darauffolgenden Tagen wiederholen.

Wer meint, die Reise sei eben einmal ein kleiner Ausflug zum Luftholen, der irrt. Nicht nur, dass innerhalb von 4 Tagen drei Konzerte zu spielen waren (inklusive des Auftakts in Straßburg), sondern eine Reise mit so vielen Individualisten – und Musikerinnen und Musiker sind meist keine gleich geschalteten Roboter – kann auch ihre Herausforderungen bereithalten. Noch wissen wir nicht, dass die Erste uns knapp bevor steht. Beim Einchecken am Flughafen in Enzheim kommt der Dirigent Marc Albrecht zum Tross, Nikolai Tokarev ist mit Begleitung bereits da und nach einer nochmaligen Rundumbegrüßung geht es durch die Sicherheitskontrolle ab in das gecharterte Flugzeug. Einige der Damen müssen ihre Schuhe ausziehen und durch den Scanner schicken – wegen der Metallteile in den Sohlen – wie wir aufgeklärt werden. Aber wieder gut beschuht, suchen wir alle unsere Plätze in der Maschine. Celli, Geigen, Flöten und andere nicht allzu große Instrumente kommen direkt mit in die Maschine, alles was zum Transportieren auf diese Art und Weise zu unhandlich ist, wird mit dem OPS-eigenen LKW über Land nach Slowenien und Kroatien geschickt. Nachdem wir angeschnallt sind und die Instruktionen der Stewardessen erhalten haben heißt es – warten. Vom Tower kommt kein grünes Licht für den Abflug, dafür jedoch 2 Mann Bodenpersonal. Nachdem sie längere Zeit mit dem Kapitän diskutierten, erkundigte sich Herr Patrick Minard, der Direktor des OPS, bei der Chefstewardess, warum wir nicht in die Lüfte abheben. Eine Schraube an der Außenhaut entspräche nicht den französischen Sicherheitsvorschriften. Entweder sie könne ausgetauscht werden, oder wir müssten das Flugzeug wechseln. Leichte Unruhe kommt auf, aber das erste Konzert in Maribor findet erst am nächsten Tag statt – viel Zeitpuffer also – den wir zum Glück dann doch nicht brauchen. Eine Stunde später ist die Schraube tatsächlich ausgetauscht und los geht es – Richtung Süden.

In Maribor erwartet uns ein kleiner Flughafen. Wir laufen die paar Meter zum Flughafengebäude zu Fuß und wundern uns, dass wir in einem relativ kleinen Raum nur metallene Sitzbänke, aber keine Förderbänder finden. Nur wenige Minuten später wissen wir warum. Ein kleines Wägelchen mit zwei Arbeitern, gekleidet in Blaumännern und Leuchtwesten fahren vor die Glastüre, öffnen sie und – heben jeden einzelnen Koffer schön per Hand auf die von uns falsch interpretierten Sitzbänke. So altmodisch es klingt, so effektiv war die Methode. In null Komma nichts hatte jeder von uns sein Gepäck und weiter ging`s per Bus in unsere Hotels. In Maribor mussten zwei Hotels gebucht werden. Eines für die Streicher – die ja das Hauptkontingent des Orchesters ausmachen – und ein zweites für den Rest. Der Rest, das waren die Bläser, der Harfenist und Schlagwerker und die Journalistentruppe.

Hotel Habakuk - Herberge für einen Teil der Musiker (c) MP

Das Hotel Habakuk am Fuße des Pachern, in Slowenisch „Pohorje“ bezauberte vom ersten Anblick an. Die direkt dahinter liegenden Skipisten waren um 20 Uhr, als wir das Hotel erreichten, mit Flutlicht hell erleuchtet und an den Reaktionen – vor allem der jungen Herren – bemerkte ich, dass sie nicht damit gerechnet hatten, inmitten eines internationalen Wintersportzentrums zu landen. Für sie stand eines sofort fest: Der freie Samstagvormittag musste genutzt werden – zum Skifahren! Ein Mann, ein Wort – viele Männer – viele Skifahrer, und tatsächlich waren die Pisten des Pohorje am nächsten Vormittag von ungewöhnlichen Besuchern bevölkert, die einen Riesenspaß bei dieser außermusikalischen Betätigung hatten.

Am Nachmittag stieg allerdings die Spannung, denn es waren Informationen durchgedrungen, nach denen die Bühne des Konzertsaals in Maribor zu klein für das Orchester sei. Und tatsächlich. Wenig später, als die eigens mitgereisten Herren der „Regie“ mit dem Aufbau begonnen hatten, stand fest: nicht alle Musikerinnen und Musiker würden am Konzertpodium Platz finden. Und so durften   sich an diesem Abend bei der Suite von Korngold 6 und bei der Symphonie sogar 12 Musiker unter das Publikum mischen und ihre Kolleginnen und Kollegen von einer anderen, als bisher gewohnten Perspektive beobachten.

Probe im Konzertsaal von Maribor (c) MP

Die Probe war sichtlich von Nervosität geprägt, denn der große Klangkörper des OPS ist es nicht gewohnt, in einem Raum zu spielen, in dem nur 6Mal so viele Zuhörerinnen und Zuhörer Platz finden wie Musikerinnen und Musiker. Und eine kurze Probe von einer Stunde, in der inklusive des Solistenauftrittes von Tokarev nur kleine Ausschnitte aus den Werken geübt werden können,  ist nicht dazu geeignet, die Spannung tatsächlich auch abzubauen. Am Abend jedoch zeigte sich, dass Profis am Werk waren. Das von Marc Albrecht sehr clever zusammengestellte Programm wurde so einfühlsam und zugleich intensiv gespielt, dass das Publikum in Maribor die Vorstellung mit Begeisterung akklamierte. Für die meisten dürfte wohl die Suite von Erich Wolfgang Korngold, in der er Shakespeares „Viel Lärm um nichts“ beredt musikalisch illustrierte, sowie seine einzige Symphonie Neuland gewesen sein, Rachmaninows Klavierkonzert und vor allem die Zugabe des Orchesters – Wagners Vorspiel zum dritten Akt von Lohengrin  – jedoch umso bekannter. Mit ihr verwies Marc Albrecht auf seine Erfolge in Bayreuth zwischen 2003 und 2006 wo er als Dirigent des „Fliegenden Holländers“ gefeiert wurde. Eine wunderbare Mischung, vor allem auch wegen der schönen, melodischen und rhythmischen Verschränkungen, die sich aus den Werken heraus hören ließen und bezauberten. Was zuvor an Spannung vorhanden gewesen war, fiel nach dem Konzert von allen schlagartig ab. Nicht nur von den Interpreten. Auch wir von der schreibenden Zunft, wie auch alle anderen, die das Orchester begleiteten, fühlten uns wohl, freuten uns über den wunderbaren Erfolg und wussten: alles was jetzt kommen würde, baute auf einer soliden Basis auf, auf die man mit Stolz und Freude zurückblicken konnte. Dementsprechend ausgelassen war dann nach dem Essen im Hotel – am späten Abend – wie immer bei Orchestermusikern – die Stimmung. So ausgelassen, dass einige am nächsten Morgen während der Fahrt im Bus weiter nach Zagreb, eine zusätzliche Schlafpause einlegen mussten.

Zagreb mit seinen 800.000 Einwohnern bot von Beginn an ein anderes Bild und eine andere Stimmung. Das große Hotel Westin, mitten in der Stadt, hatte Zimmer für die gesamte Truppe und die Konzerthalle ist von ihrer Dimension mit Straßburg vergleichbar. Platz genug dieses Mal für alle und Raum genug für den unvergleichlichen Klang, den das OPS unter Marc Albrechts Stabführung jedes Mal hervorzaubert. Bis zur Probe war nur wenig Zeit, die Stadt zu erkunden.

Nevenka Fabian-Vidakovic unsere charmante Begleiterin in Zagreb (c) MP

Die Journalisten hatten Glück; eine überaus liebenswürdige Zagreberin, durch Freundschaftsbande mit einer von ihnen verbunden, hatte sich bereit erklärt, eine kleine Stadtführung – im Sauseschritt – mit einem kleinen, anschließend Mahl, zu organisieren. So ging`s kurz nach dem Einchecken weiter, mit der Straßenbahn und zu Fuß, in die Innenstadt, über den Ban-Josip-Jelačić- Platz hin zu dem auf drei Ebenen übereinander liegenden großen Marktplatz, auf dem sich alle Herrlichkeiten des südlichen Dalmatiens, des Gemüsegartens von Zagreb, tummelten. Weiter in die Kathedrale  auf dem Kapitol und schließlich in ein kleines, von jungen Leuten geführtes Restaurant, dem „Mašklin i lata“ (einer Bezeichnung zweier uralter bäuerlicher Werkzeuge), in dem Köstlichkeiten der Adria auf den Tisch kamen. Gerade genug Zeit, um neue Freundschaften zu knüpfen, zu wenig, um noch ein Dessert zu genießen und einen Café zu trinken. Denn – die Musikerinnen und Musiker hatten bereits zu proben begonnen. Da in Zagreb das Programm leicht verändert wurde, wollte niemand dies versäumen und so ging´s weiter – diesesmal im Sauseschritt in die Lisinski-Hall. Marc Albrecht war gebeten worden, für Zagreb die Suite von Korngold gegen ein zeitgenössisches Werk des Zagreber Komponisten Berislav Šipuš auszutauschen, was ein kleines Wagnis war. Viel Zeit für eine Vorbereitung war nicht vorhanden gewesen und das Orchester erhielt noch vor Ort bei der Probe in der Dynamik des Werkes einen letzten Feinschliff. Sehr berührend war es zu beobachten, wie es den schon bei der Probe anwesenden 52jährigen Komponisten vor Aufregung schwer auf seinem Sessel hielt und er sich anschließend sichtlich bewegt beim Orchester für seine Arbeit bedankte.

Ankündigung des OPS an der Lisinski-Hall in Zagreb (c) MP

Eine kurze Pause von etwas mehr als einer Stunde, von den meisten in der Cafeteria des Konzerthauses verbracht, dann war es Zeit, sich umzuziehen und sich in den Musikerbereich zu begeben. Neuer Abend, neues Konzert, neues Glück. Und es war ihnen hold! Šipuš Werk, nur für Streicher geschrieben, wurde von ihm als 26jähriger komponiert und im Jahr 2002 noch einmal überarbeitet. Es zeigt, welche Klangmöglichkeiten den Streichinstrumenten innewohnen und lässt Dramatik und Lyrik auf engem Raum nebeneinanderstehen. Nach einer flirrenden Anfangsdichte breitet er wie bei einem Kaleidoskop Klangmuster für Klangmuster hintereinander aus und webt so mit Clustern ein Gewirke von unterschiedlichen, hörbaren Farben. Ruf und Echo, Rede und Gegenrede, Gemurmel und laute Akklamationen erinnern an menschliche Seinszustände, in die wir gewollt oder auch ungewollt geworfen sind und mit denen wir uns im Leben auseinandersetzen müssen. Streckenweise spannungsgeladen, dunkel, geheimnisvoll und Nerven vibrierend fügte es sich auch mit den wütenden Bässen in die anderen Stücke des Abends sehr gut ein. Berislav Šipuš zeigte mit der Ausarbeitung eines in den Bratschen breit vorgetragenen Themas, dass er auch die Kunst der Fuge beherrscht – indem er das Thema quer durch alle Streicher laufen und sich verschränken lässt – auch wenn er diesen Teil selbst nur als „quasi eine Fuge“ bezeichnet. Nach dem furios ausgeklungenen Ende galt der Applaus des Publikums nicht nur ihm, der sich bei Marc Albrecht noch einmal coram publico bedankte, sondern in hohem Maße auch den Streichern des OPS, die diese Nagelprobe bravourös bestanden hatten.

Dass Nikolai Tokarev mit seiner brillanten Interpretation von Rachmaninow sowie Marc Albrecht und das OPS mit der Korngoldsymphonie und der Lohengrinzugabe genau richtig lagen, bewies der lang anhaltende Applaus des begeisterten Publikums. Die Schlacht war geschlagen und der Sieg eingefahren. Dass in anderen Ländern andere Sitten herrschen, ist ein alter Bart, aber konfrontiert mit solchen, dann doch immer wieder verblüffend. Beim Verlassen des Konzertsaales noch den Wagner´schen Klängen nachhängend, verpufften diese in Windeseile, denn auf den Gängen vor dem Konzertsaal gab es eine Beschallung der anderen Art. Der samstägliche Abendtanz war ausgerufen, was bedeutete, dass die Klänge einer 6köpfigen Unterhaltungsband die Räumlichkeiten des Musikzentrums erfüllten. Ein größerer Kontrast ist wohl kaum denkbar – den Zagrebern aber scheint es großen Spaß zu machen. Vor allem etwas ältere Semester drehten sich brav beim Gesellschaftstanz im Kreis um zu sehen – und gesehen zu werden und komplettierten so auf ungewöhnliche Weise ihren Konzertabend.

Ein ruhiger Ausklang am nächsten Morgen, bei einem verlängerten Frühstück im Hotel und eine harmonische Heimreise, diesesmal ohne verspäteten Abflug, beendeten die Konzerttour des OPS nach Slowenien und Kroatien. Geblieben sind Eindrücke, übervoll mit Musik und Menschen, die dieselbe Passion teilen. Das OPS hinterließ in Maribor und Zagreb nicht nur eine musikalische Visitenkarte von hoher Qualität in eigener Sache,  sondern fungierte vielmehr als künstlerisches , diplomatisches Korps dieser schönen, europäischen Stadt, die damit im Ausland zeigen kann, dass sie weitaus mehr beherbergt als Europäische Institutionen.

OPS avant le décollage (c) MP

A Strasbourg, trois grands bus attendent sur le parking du PMC, la maison de l’OPS. L’après-midi de ce mois de mars est glaciale. Il fait décidément bien trop froid pour la saison. Dix minutes avant l’heure fixée, je suis déjà installée dans le bus. Puisque j’ai choisi de m’assoir dans l’une des premières rangées, j’ai l’occasion de saluer tous ceux qui montent après moi dans le bus. Je les connais tous de vue, les musiciennes et musiciens de l’OPS, mais j’ai tout de même du mal à les reconnaître, car dans la salle de concert je les vois en « tenue de travail » – petite robe noire, ou robe longue pour les dames, queue de pie pour les messieurs. Ce jour-là, bien emmitouflés, ils portent des vêtements d’hiver de toutes les couleurs.
Ne serait-ce que le convoi impressionnant indique qu’un ensemble important est sur le point de partir : 108 personnes voyagent avec la musique, dont 4 journalistes (hommes et femmes), un chef d’orchestre, un pianiste, le directeur de l’orchestre, quelques femmes et hommes travaillant pour la direction et cinq personnes détachées pour s’occuper de la scène. L’avion doit nous emmener tout droit à la capitale slovène, Maribor. De là, samedi prochain, nous allons continuer à Zagreb, en Croatie pour retourner à Strasbourg le lendemain. Ce programme est bien chargé avec les 2 concerts : pour l’OPS et son chef d’orchestre Marc Albrecht mais aussi et surtout pour le soliste, le pianiste Nikolaï Tokarev. Tokarev avait joué le difficile concerto n° 1 pour piano et orchestre de Rachmaninoff deux jours avant le départ et devait le jouer encore deux fois pendant la tournée.

Celui qui pense qu’un tel voyage n’est qu’une petite escapade pour changer d’air, se trompe. Le fait qu’il fallait donner 3 concerts en 4 jours (si on compte le « coup d’envoi » à Strasbourg) n’est qu’une dimension d’un tel voyage. L’autre dimension qui constitue un défi à elle seule, est la simple « gestion » d’autant de personnes qui pour la plupart sont individualistes. Des musiciennes et musiciens ne ressemblent en aucun cas à des robots qui fonctionnent tous de la même façon. A ce moment précis, nous ignorons encore, que le premier de ces défis nous attendait déjà le pied ferme.

Marc Albrecht nous rejoint au moment de l’enregistrement à l’aéroport d’Enzheim, Nikolaï Tokarev et sa compagne sont déjà arrivés. Après un petit bonjour général, nous passons les contrôles de sécurité pour monter dans l’avion charter. Quelques unes des dames doivent se déchausser pour faire scanner leurs chaussure – à cause des parties métalliques dans les semelles nous explique-t-on – et, une fois dans l’appareil, de nouveau les chaussures aux pieds, tous gagnent leurs places respectives. Les violoncelles, les violons, les flûtes et d’autres instruments pas trop volumineux sont mis directement à bord de l’avion. Tout ce qui est trop encombrant pour être transporté de cette façon est envoyé en Slovénie et en Croatie par un camion appartenant à l’OPS. Une fois les ceintures de sécurité bouclées, et les instructions des hôtesses de l’air attentivement écoutées – on attend ! La tour de contrôle tarde à donner le feu vert pour le décollage. Elle nous envoie plutôt deux techniciens, qui discutent pendant un certain temps avec le commandant de bord. Au bout d’un moment, Monsieur Patrick Minard, le directeur de l’OPS cherche à connaître les raisons de ce retard. Une vis à l’extérieur de l’appareil ne serait pas conforme aux normes de sécurité, et si jamais ce n’était pas possible de la changer, ce serait nous qui changerions – d’avion !Une légère inquiétude se fait sentir, mais le premier concert à Maribor n’aura lieu que le lendemain. Nous avons donc suffisamment de temps devant nous – plus qu’assez, car finalement cette vis est changée et nous décollons en direction du sud.

L’aéroport de Maribor est tout petit. Nous franchissons les quelques mètres qui nous séparent du bâtiment de l’aéroport à pied. Nous sommes étonnés d’arriver dans un espace relativement petit où il n’y a que quelques bancs en métal ; point de tapis roulant. Quelques minutes plus tard nous saurons pourquoi : Un petit charriot, conduit par deux ouvriers en bleus de travail et gilets réfléchissants apparaît devant la porte vitrée. Une fois arrivés dans la petite salle, les ouvriers posent les valises une à une sur les « bancs » que nous croyions destinés aux voyageurs fatigués. Si ce procédé semblait dépassé, il était pourtant efficace : En un rien de temps, tout le monde était en possession de ses bagages et le voyage pouvait continuer : Il fallait monter dans un bus pour rejoindre notre hôtel.

hôtel Habakuk - le logis d`une partie des musiciens (c) MP

A Maribor, 2 hôtels étaient réservés, l’un pour les instruments à cordes, qui forment la plus grande partie de l’orchestre, et un deuxième pour le reste. Le reste, c’étaient les instruments à vent, le harpiste, le percussionniste et les journalistes.

L’hôtel Habakuk au pied du Pachern (en slovène : Pohorje) a immédiatement fait l’unanimité. Les pistes de ski juste derrière l’hôtel étaient éclairées quand nous sommes arrivés à l’hôtel vers 20 heures. En voyant les diverses réactions, notamment celles des jeunes messieurs, j’ai vite compris, que personne ne s’attendait à se trouver ici en plein milieu d’un centre international de sports d’hiver. La décision fut vite prise : La matinée libre du samedi devait servir à…faire du ski ! Un homme – une parole, beaucoup d’hommes – beaucoup de skieurs ! Et en effet, le lendemain matin, les pistes du Pohorje étaient peuplées par des visiteurs peu communs, ravis de s’adonner pendant quelques heures à cette activité non-musicale.

L’après midi, en revanche, la tension est monté subitement d’un cran, car des rumeurs commençaient à circuler : La scène de la salle de concerte de Maribor serait trop petite pour que tout l’orchestre puisse y prendre place. Et en effet, peu de temps après le début des travaux d’installation, les membres de la régie, spécialement venus pour ça, devaient faire le constat, que tout l’ensemble ne pourrait être installé sur la scène. Donc, ce soir-là, pendant la suite de Korngold, 6 musiciens avaient le droit de se mêler au public dans la salle pour regarder leurs collègues musicinnes et musiciens à partir d’un autre „point de mire“. Pendant la symphonie, 12 membres de l’orchestre étaient au repos „forcé“.

répétition dans la salle de concert à Maribor (c) MP

Pendant la répétition, la nervosité de tous était palpable. Le grand ensemble de l’OPS n’est pas habitué de jouer dans une salle qui ne peut accueillir que 6 fois plus d’auditrices et auditeurs que le nombre des membres de l’orchestre. Et une très courte répétition d’une heure, pendant laquelle on ne pouvait revoir que de petites parties des œuvres, y compris le solo de Tokarev, n’était pas vraiment propice non plus à détendre atmosphère. Mais le soir même, on pouvait constater que l’on avait à faire à de grands professionnels : Le programme si astucieusement concocté par Marc Albrecht fut joué avec autant d’intensité que de sensibilité et le public de Maribor était totalement conquis. La plus grande partie de ce public ne connaissait sans doute ni la suite de Korngold, l’illustration musicale de l’œuvre de Shakespeare « Beaucoup de bruit pour rien », ni son unique symphonie. Le concerto pour piano de Rachmaninoff et l’ouverture du troisième acte de Lohengrin de Wagner en revanche étaient d’autant plus connus. Avec cette œuvre, Marc Albrecht renvoyait à ses succès à Bayreuth où il fut acclamé entre 2003 et 2006 comme chef d’orchestre du « Hollandais volant ». C’était un mélange magnifique, surtout grâce aux beaux entrelacs rythmiques et mélodiques entre les différentes œuvres.

Là tension ressentie avant le concert s’était envolée d’un seul coup et non seulement chez les musiciens. Même nous, faisant partie de la corporation des « scribes », nous étions enchantés de ce beau succès et convaincus qu’il serait la base solide pour la suite des évènements dont tout le monde puisse être fier et ravi à l’avenir. Par conséquent, l’ambiance à l’hôtel pendant le dîner – comme d’habitude très tardif chez des musiciens d’orchestre – était plus que joyeuse. Tellement joyeuse, que, pendant le transfert à Zagreb, certains ont prolongé leur nuit dans le bus.

La première impression de la ville de Zagreb avec ses 800.000 habitants et l’ambiance qui y régnait étaient totalement différentes. L’hôtel Westin en plein centre ville pouvait accueillir tout le monde, et la salle de concert était d’un point de vue taille comparable à celle de Strasbourg. Cette fois-ci il y avait assez de place pour tout l’ensemble et assez d’espace pour le son merveilleux que l’OPS produit sous la baguette magique de Marc Albrecht.

Nevenka Fabian-Vidakovic notre adorable guide à Zagreb (c) MP

Jusqu’à la répétition il ne restait que peu de temps pour visiter la ville, mais les journalistes avaient beaucoup de chance : Une adorable habitante de Zagreb, liée d’amitié à l’une des journalistes justement, avait eu la gentillesse d’organiser une visite en « accéléré », suivie d’un petit repas. Les valises à peine posées dans les chambres, nous avons pris le tram pour nous rapprocher du centre-ville. Ensuite nous avons exploré à pied le marché à trois niveaux, où se bousculaient sur les étales toutes les merveilles de la Dalmatie du sud, qui peut être considérée comme le potager de Zagreb. Ensuite nous avons rendu visite à la cathédrale au capitole pour finir notre promenade avec une halte au restaurant « Masklin i lata » (ce nom désigne deux outils très anciens du monde paysan) où on nous a servis des spécialités de la mer adriatique. Juste assez de temps pour nouer de nouvelles amitiés, pas assez pour déguster le dessert et boire un petit café, car les musiciennes et musiciens étaient déjà en train de répéter. Et puisque le programme prévu à Zagreb avait subi des modifications, personne ne voulait rater la répétition. Il fallait donc prendre la direction du « Lisinski-Hall » au pas de course. On avait fait la demande à Marc Albrecht de jouer l’œuvre contemporaine du compositeur zagrebois, Berislav Šipus à la place de la suite de Korngold. C’était très osé, car la préparation avait été réduite au strict minimum, et l’orchestre recevait donc seulement sur place les dernières indications concernant la dynamique de l’œuvre en question. C’était touchant d’observer le compositeur, âgé de 52 ans pendant cette répétition. Très tendu, il avait du mal à rester assis sur sa chaise et il était visiblement très ému quand il a remercié l’orchestre pour son travail.

l´annonce du concert de l´OPS au Lisinski-Hall à Zagreb (c) MP

Pendant la petite heure de pause entre la répétition et la représentation, la plupart des membres de l’orchestre se sont retrouvés à la cafeteria de la salle de concert, ensuite, il fallait se changer et intégrer l’espace de musique. Nouvelle soirée, nouveau concert, nouveau bonheur ! Et le bonheur leur a encore souri! En 2002, Šipus a retravaillé entièrement son œuvre qu’il avait écrite à l’âge de 26 ans uniquement pour instruments à cordes. Cette œuvre donne un aperçu des larges possibilités qu’offrent les instruments à cordes et elle fait étroitement coexister la dimension dramatique et la dimension lyrique. Après la densité scintillante du début, Šipus étale, tel un caléidoscope, les échantillons de son les uns après les autres pour tisser avec des Clusters une tapisserie de couleurs acoustiques différentes. Cri et écho, discours et réplique, murmures et acclamations à haute voix nous font penser aux différents états d’être dans lesquels nous pouvons nous trouver, intentionnellement ou pas, et que nous devons gérer. Par moments pleine de tensions, sombre et secrète, vibrante pour les nerfs, cette œuvre s’insérait avec ses basses tempétueuses sans problème aux autres morceaux de la soirée. Avec la large élaboration d’un thème présenté par les altos, Berislav Šipus a prouvé qu’il maîtrisait parfaitement l’art de la fugue, puisqu’il faisait traverser en s’entrelaçant ce même thème tous les instruments à cordes – même s’il appelle lui-même cette partie de sa composition seulement « quasi une fugue ». Les applaudissements après la fin furieuse de l’œuvre n’étaient pas seulement destinés au compositeur qui, devant son public, remerciait encore une fois Marc Albrecht. Le public acclamait aussi l’OPS qui a réussi cet examen de passage haut la main. La brillante interprétation de Rachmaninoff de Nikolaï Tokarev et la symphonie de Korngold ainsi que le supplément de Lohengrin proposé par l’OPS sous la direction de Marc Albrecht correspondaient exactement aux attentes du public. Des applaudissements qui ne semblaient pas vouloir prendre fin en étaient la preuve. La bataille fut livrée – et elle fut victorieuse !

Autres pays, autres mœurs, c’est bien connu ! Mais quand on y est confronté, c’est tout de même parfois surprenant. En quittant la salle, les sons Wagnériens encore plein les oreilles, des sons bien différents cherchaient à se frayer un chemin dans notre appareil auditif : Place à la danse du samedi soir ! Et du coup, on avait fait de la place à un groupe de musique de six personnes ! Un plus grand contraste avec ce qu’on venait d’entendre est à peine imaginable. Mais, manifestement, ce genre de manifestation amuse beaucoup les Zagrebois. Ce sont surtout des couples d’âge mûr qui s’adonnent aux danses de salon, pour voir – et être vus, et pour finir leur soirée de concert de cette façon pour le moins…… inhabituelle !

Un moment calme le lendemain matin autour d’un petit-déjeuner prolongé, un retour harmonieux, cette fois-ci sans retard : la tournée de l’OPS en Slovénie et en Croatie touchait à sa fin. Ce qui reste, ce sont des impressions pleines de musique et de femmes et d’hommes qui partagent une même passion. A Maribor et à Zagreb, l’OPS a laissé sa carte de visite musicale de très haut niveau, c’est certain. Mais il a rempli aussi une fonction : Il a été l’ambassadeur artistique de cette merveilleuse ville européenne qui peut ainsi prouver à l’étranger qu’elle abrite bien plus que les institutions européennes.

Texte traduit de l’allemand par Andrea Isker

Previous

Next

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.

Pin It on Pinterest