Die viennacontemporary will mehr

Von Michaela Preiner

(Foto: European Cultural News)

26.

September 2017

Kunst, Filme, Gespräche – die viennacontemporary 2017 präsentierte nicht nur statische Kunstwerke.

Die Hoffnung der viennacontemporary, die bereits zum 6. Mal stattfand, in diesem Jahr die 30.000er Besucher-Marke zu knacken, ging nur knapp nicht in Erfüllung. Mit 29.767 Kunstinteressierten sind die Veranstalter jedoch auf dem besten Weg, ihr hoch gestecktes Ziel innerhalb der nächsten Jahre zu erreichen.

Das Profil der Messe selbst hat sich bislang nicht geändert, aber gefestigt. Als Dreh- und Angelpunkt zwischen West und Ost zeigte man in Wien alljährlich einen Schwerpunkt mit Kunst aus dem europäischen Osten – ein Drittel der Galerien stammten aus Osteuropa. In diesem Jahr gab es aber auch eine Skandinavien-Schau, die Nordic Highlights, einen Rückblick auf Kunst der 70er Jahre in Ungarn, Focus Hungary, sowie eine Präsentation von jungen, österreichischen Künstlerinnen und Künstlern, die in Soloschauen gezeigt wurden. Nicht zu vergessen auch noch einen Skulpturen-Schwerpunkt. Die einzelnen Themen waren an den Beschriftungsschildern der Galerien mit einem Farbcode versehen und so gut zu finden.

Marketingtechnisch gesehen sind diese Extra-Schauen eine gute Idee, veranlassen diese die Besuchenden doch, sich mit dem farblich gut funktionierenden Leitsystem von Stand zu Stand weiter zu informieren. Ein cineastischer Schwerpunkt sowie eine ganze Reihe von Talks zeigten, dass sich Messeereignisse wie dieses zu virilen Allroundinfo-Veranstaltungen wandeln, die sich nicht mehr nur mit der Ausstellung von Kunst begnügen.

Nach dem Brand am Eingang der Marxerhalle vor nicht ganz zwei Wochen war es nur aufgrund der tatkräftigen Unterstützung vieler Wiener Unternehmen möglich, die Location fristgerecht wieder instand zu setzen. Aksenov bewertete dies als kräftiges Statement für den Standort Wien.

Christian Falsnaes (Foto: European Cultural News)

Am Stand der PhilippvonRosen Galerie bezog sich Florian Schmidt auf die Anfänge des 20. Jahrhunderts und zeigte eine ganze Reihe von Bildkörpern, die aus gepuzzelten Teilen zusammengesetzt waren. Dabei arbeitet der Künstler wie in einer Endlosschleife. Ein Teilchen ergibt das nächste und das zuletzt übrig gebliebene dient als Ausgangspunkt für ein neues Werk. Von Recycling war in den Collagen vor über 100 Jahren noch nicht die Rede, was Schmidts Arbeiten in diesem Zusammenhang mit einem neuen drive versieht.

Eine weitere, auffällige Installation war bei Zella van Almsick zu sehen. Kay Walkowiaks hängende Sandsäcke erinnerten sowohl an die Installation von Flatz auf der documenta9 als auch an de Stijl-Künstler wie van Doesburg.

Kai Walkowiak (Foto: European Cultural News)

Florian Schmidt (Foto: European Cultural News)

Christian Falsnaes (Foto: European Cultural News)

Lucy McKenzie und Lauren Dupont (Foto: European Cultural News)

Ein besonders schönes Objekt zeigte die Galerie Meyer Kainer. „Fireplace and 19 objects“ von Lucy McKenzie und Lauren Dupont verschränkt bildende Kunst mit angewandter auf mannigfache Weise und regt zu vielfachen Diskussionen an.

Mit der großen Anzahl von österreichischen Galerien ermöglicht die viennacontemporary vor allem aber auch einen schönen Überblick über den heimischen Kunstmarkt, bei dem vor allem auch die Internationalität der Künstler auffiel.

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