Von Katzen, Füchsen, Vögeln und menschlichen Schweinereien

Von Elisabeth Ritonja

„SaTierisches mit Saitenzunder“ (Foto: Peter Reichert)

09.

Jänner 2018

Wie man im Wartezimmer eines Arztes ins Gespräch kommt, oder wie man die Nachbarinnen beim Einkaufstratsch ordentlich ausrichtet; wie ein alter Schürzenjäger dem Sohn seines verstorbenen Freundes Ezzes fürs Leben gibt, oder wie ein Möchtegern-Schauspieler bei einem Werbe-Casting einer jungen Schauspielanwärterin den Kopf verdreht.

All das und noch wesentlich mehr vereint Linde Prelog in ihrem Buch „SaTierisches“, in dem allerlei Getier in fabelhafter Manier allzu Menschliches widerfährt, in welchem selbiges Getier jedoch auch allerhand Viehisches von Menschen zu erdulden hat.

Im Theater Drachengasse lud die Autorin und Schauspielerin gemeinsam mit dem Quartett eXtracello zu einer Matinee vor ausverkauftem Haus. „SaTierisches mit Saitenzunder“, so der Titel der Vorstellung, lebt gleichermaßen von Prelogs Texten und der Musik von Edda Breit von Breitenfurt, Melissa Coleman, Margarethe Deppe und Gudula Urban.

Dabei reicht die Bandbreite von Astor Piazzolla über Johann Sebastian Bach bis hin zu jeder Menge unterschiedlich inspirierter Eigenkompositionen. Klar, dass auch Katzenmusik dabei nicht fehlt. Unterhalten sich doch Lili – mit einem L wohlgemerkt, Sissi und Nunzo vor ihrem Castingauftritt in Katzisch. Aber auch das alte Wiener Kater-Urviech Charly gibt dem jungen Kärntner Streuner Max Aufklärungsunterricht in Sachen Katzen-Gefügigmachung. Nicht zu vergessen die beiden alten Katzendamen, eine schwerhörig, die andere schwerneugierig, die von dementsprechenden Saitenklängen begleitet werden.

„SaTierisches mit Saitenzunder“ (Foto: Peter Reichert)

Linde Prelogs Schauspielkunst zeigt sich dabei in mimischen Äußerungen und ihrer sich rasch verändernden Stimme. Ob alte Katze, kleines, schlaues Füchschen, ob krächzender Kakadu oder jammernde Legehenne – alle bekommen sie von ihr eine ausgeprägte Individualität verpasst. Nicht hoch genug zu bewerten ist das Kunststück, Kritik an der Massentierhaltung, an Legebatterien oder der Fuchsjagd so geschmeidig in die humorigen Texte zu verpacken, dass diese bitteren Pillen vom Publikum anstandslos begierig geschluckt werden. Und – so bleibt es zu hoffen – auch eine Langzeitwirkung auslösen.

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