Spannung, Spaß und jede Menge Tiefgang

Von Michaela Preiner

Feustel, Kunisch, Schuchter, Engelhardt, Elsenwenger, Franz, Gabriel (Foto: Rita Newman)

13.

Oktober 2017

In der jüngsten Inszenierung des Theater der Jugend„Der fantastische Mr. Fox“ – darf das junge Publikum vor Freude kreischen, den Atem anhalten und sich Gedanken über unsere heutigen Tierfabriken machen.

David Wood schuf eine zeitgenössisch adaptierte Fassung, in der nicht nur die Schlauheit des Fuchses, wie im Original bei Roald Dahl, gefeiert wird. Wood legt dabei auch seinen Finger in die Wunde der heutigen Massentierhaltung und macht auch auf den drastischen Rückzug von Flora und Fauna aufmerksam.

Dennoch ist es dem Regisseur Stefan Behrendt gelungen, jede Menge Unterhaltung und Spaß über den Bühnenrand schwappen zu lassen. Von Beginn an bringt nicht nur die Fuchsfamilie, sondern auch Herr Dachs und sein Sohn, Vater Hase, ein Wiesel und ein Maulwurf die Kinder herzlich zum Lachen. Leider müssen sie aus ihrem gemütlich eingerichteten Bau fliehen, da Mr. Fox für seine nächtlichen Raubzüge die drei abscheulichen Bauern Boggis, Bunce und Bean gegen sich aufbringt. Diese wollen es sich nicht länger gefallen lassen, dass der Fuchs ihre Tiere reißt und beschließen, ihn zu töten.

Jakob Elsenwenger als Mr. Fox, Soffi Schweighofer als Ellie Fox, Claudia Waldherr als Lottie Fox, Aline-Sarah Kunisch als Mrs. Fox (c) Rita Newman

Mit der Musik von „Mission Impossible“ umzingeln sie den Fuchsbau und holen ihre Arbeiter zu Hilfe. Das Einzige, was ihnen dabei gelingt, ist, dem Fuchs seinen Schwanz abzuschießen. Und so kommt es bei dessen Jammerei, als seine Frau ihn verarztet, zu allerlei höchst amüsanten Dialogen. Einfach köstlich ist auch jene Szene, in welcher die drei tollpatschigen Bauern sich in bester Slapstick-Manier ihre Schaufeln um die Ohren hauen. Mit Szenen wie dieser legt das Theater der Jugend-Team den Grundstein zu lustvollen Theatererinnerung bei den Jüngsten.

In einem höchst illustrativen Bühnenbild (Christian Blechschmidt) befinden sich die flüchtenden Tiere schließlich nicht nur – wie bei Dahl – inmitten der Ställe und Keller der Bauern – sondern in einer Hühnerfabrik. Dabei geht David Wood in seiner Fassung so weit, den Fuchsnachwuchs zu Vegetariern werden zu lassen.

Jakob Elsenwenger als Mr. Fox, Markus Feustel als Huhn (c) Rita Newman

Jakob Elsenwenger als Mr. Fox, Soffi Schweighofer als Ellie Fox, Claudia Waldherr als Lottie Fox, Aline-Sarah Kunisch als Mrs. Fox (c) Rita Newman

Pascal Groß als Bunce, Lukas Gabriel als Bean, Rafael Schuchter als Boggis (c) Rita Newman

Das Ensemble glänzt – wie immer – mit hoher Spielfreude und darf mehrfach auch direkten Publikumskontakt suchen. „Der fantastische Mr. Fox“ ist ein Paradebeispiel, wie Kinder- und Jugendtheater heute aussehen kann: spannend, unterhaltend und gleichzeitig informativ.

Es spielen: Jakob Elsenwenger als schlauer und höchst eitler Mr. Fox, Aline-Sarah Kunisch – seine kluge Frau, Claudia Waldherr und Soffi Schweighofer – ihre rivalisierenden Töchter, Frank Engelhardt als Dachsvater, Zeitungsherausgeber und –reporter, sowie Markus Feustel – sein verliebter Sohn.
In Doppelrollen glänzen Rafael Schuchter (Boggis und Hase), Pascal Groß (Bunce und Ratte), Lukas Gabriel (Bean und Wiesel), sowie Felicitas Franz als zerstörerisch-heimtückische Mabel und Frau Maulwurf, mit dunkler Brille und Nerzmantel.

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