vor 4 Monaten veröffentlicht

Frauenpower pur

Am Internationalen Frauentag, dem 8. März, gestalteten zwei Powerfrauen im Alten Rathaus in Wien einen Konzertabend.

Charme und höchste Musikalität zeichnen zwei Musikerinnen aus, die sich zu einem herausragenden Duo zusammengefunden haben.

Die Pianistin Ketevan Sepashvili und die Sopranistin Madina Serebryakova-Karbeli luden zu einem „Italienischen Liederabend“. Dafür hatten die beiden außergewöhnlichen Musikerinnen ein Programm erarbeitet, das Bekanntes aber auch selten Gehörtes vereinte.

Gleich zu Beginn zeigten die beiden Künstlerinnen in den drei Petrarca-Sonetten von Franz Liszt ihre Stärken. Sepashvili beeindruckte mit einer technisch formvollendeten und zugleich sehr intimen Begleitung, die in diesen Stücken auch eine solistische Behandlung erfordert. Alleine die Zartheit der letzten Noten aus dem 3. Sonett waren atemberaubend. Serebryakova-Karbeli konnte nicht nur mit ihrem voluminösen Sopran, sondern auch mit leisen, sphärischen Töne punkten.

Mit Ildebrando Pizzettis – I Pastori – kam ein Werk zur Aufführung, das durch seine vielfältigen, leisen Schattierungen beeindruckt. Die Darstellung der Landschaften, in welchen die Schäfer ihre Schafe hüten, wird selten aufgeführt und stand in schönem Kontrast zu Respighis „Il Tramonto“, einem langen Stück mit breitem Erzählmodus, in welchem die gesamte stimmliche Bandbreite der Sängerin gefordert wurde. Ursprünglich für Mezzosopran und Streichquartett geschrieben, konnte es in dieser Bearbeitung seine opernhafte Anlage zeigen.

Mit zwei ausgewählten Liedern von Francesco Paolo Tosti wurde dem Belcanto in seiner Reinform gehuldigt. „Ideale“ und „Non t´amo più“ sind wahre Ohrwürmer, welche die Sopranistin in so beeindruckender Weise zu Gehör brachte, dass das Publikum nach Zugaben verlangte.

Sepashvili und Serebryakova-Karbeli sind ein außerordentlich eingespieltes Duo, bei dem die hohe musikalische Qualität mit einem herausragenden Gespür für den kammermusikalischen Zusammenklang eine wunderbare Liaison eingehen. Beide gebürtig aus Georgien, haben sie sich erst in ihrer neuen Heimatstadt Wien kennen und schätzen gelernt. Während Serebryakova-Karbeli oft in italienischen Opernhäusern zu Gast ist, absolvierte Sepashvili ihre letzten Auftritte hauptsächlich in Wien und Deutschland.

Empfehlung: Beide Damen sollte man unbedingt auf seinem Konzertradar halten!

Categories Konzert

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